Donnerstag, 26 Nov 2020
Foto: Michal Jarmoluk / CC0 via Pixabay
 2-3 Minuten Lesezeit  448 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Mit einer europaweiten Ausschreibung haben die AOK Hessen, Nordost und Rheinland/Hamburg die Versorgung der Krebspatienten mit Zystostatika neu geregelt. Damit wollen diese Krankenkassen bei der Krebsbehandlung sparen. Es wurden durch die Vergabeformen der Ausschreibung die billigsten Apotheker in einer großflächigen Region beauftragt, die behandelnden Mediziner für die Versorgung der Patienten zu beliefern.

Die EEG-Umlage für den Eigengebrauch wollen die Grünen ganz streichen.
Foto: Solarimo / CC0 (via Pixabay)

Grüne fordern Abnahme-Garantie für Strom aus älteren Solaranlagen

In sehr kurzer Zeit stellte sich heraus, dass nach praktischen Erfahrungen führender Onkologen und Hämatologen die Versorgung der Krebspatienten erheblich gefährdet wird. Es kam zu Lasten der Patieten zu Lieferengpässen bei Zytostatika und Begleit-medikamenten. Ferner wurden unbefüllte Infusionsbestecke sowie unbeschriftete Spritzen geliefert. Hinzu kamen falsche und unvollständige Packungsgrößen die verspätet zur Verfügung gestellt wurden.

Bedingt durch diese Faktoren konnte die notwendige individuelle Versorgung des einzelnen Krebspatienten durch die qualifizierten Mediziner nur verzögert oder garnicht durchgeführt werden und das Leben der Patienten wurde gefährdet oder die Lebensqualität noch stärker eingeschränkt.

Dabei steht wissenschaftlich fest, dass die Versorgung/Behandlung/Betreuung von Patienten bei Krebserkrankungen unabdingbar individuell auf den einzelnen Patienten erfolgen muss und somit stringente Maßnahmen der Therapie zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Medikamenten in enger Feinabstimmung zwischen den Berufsgruppen für den Patienten durchgeführt werden müssen. Dies bedarf einer sehr engen Koordination, Kommunikation und zeitlichen Planung zwischen Mediziner, Apotheker und Krebspatienten. Es darf keine Lieferengpässe geben und die räumliche Nähe zwischen den beteiligten Versorgern der Krebspatienten muss garantiert sein.

Das Sparprogramm der oben genannten Krankenkassen behindert oder verhindert diese Anforderungen für die korrekte Versorgung der Krebspatienten und führt somit zu Qualitätsverlusten im Gesundheitswesen. Gleichzeitig wird ein Chaos in den onkologischen Arztpraxen verursacht. Diese Misswirtschaft gedeiht ausschließlich auf Kosteneinsparungen bedachte krankenKassen-Manager, fern von der Realität der Anforderungen für die Versorgung eines individuellen kranken Menschen. Solche Entscheidungen dürfen erst garnicht realisiert werden und zwar zum Schutz der Krebspatienten und der Qualität der Versorgung.

Insgesamt ist das Verhalten dieser Krankenkassen ein Beweis dafür, dass die Namensführung "Gesundheitskasse" ein Scheinmarketing ist und der Bürger/ Versicherte/Patient hauptsächlich als Kostenfaktor eingestuft wird und somit die individuellen Anforderungen der Patienten in immer stärkerem Maße nicht berücksichtigt werden.

Erst recht aber werden von diesen Krankenkassen die qualifizierten Berufsgruppen der Versorgung im Gesundheitswesen unzureichend in die Entscheidungen einbezogen. Die Bemühungen der Bundesregierung zur konkreten Sicherheit der Versorgungs-qualität und der Installation eines Instituts für die Qualität im Gesundheitswesen werden durch die AOKen unterlaufen. Dies verursacht eine Gefährdung für die Patienten. Hinzu kommt, dass dies zu immer weiter ansteigenden Beitragssätzen für die Bürger/Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen führt.

Wann greift die Politik hier ein, damit solche Gefährdungen für die Bürger/Versicherten/ Patienten vermieden werden?

Oder wird von den kranken Kassenmanagern und den Vertretern der Politik versteckt hinter dem Namen AOK neuerdings die Abkürzung "Alternative Organisation Kostensenkung" gefördert und geduldet.



Quelle: Bürger Initiative Gesundheit


#mehrGesellschaft
Woidkes positiver Test zeigt aber auch, wie rasend schnell eine Infektion weite Kreise ziehen kann.
Foto: Adrian Fiedler / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Politiker als Risikogruppe

Politiker leben gefährlich in Zeiten der Pandemie. Da muss man nicht mal an Donald Trump und seine Super-Spreader-Events im Weißen Haus denken. Auch in Deutschland hat sich Covid-19 bereits in der...
Die USA entwickeln sich also vom ehemaligen Partner (zugegeben: einem schwierigen) zum potenziellen Systemrivalen.
Foto: Library of Congress

Folgen der US-Wahl auf die Transatlantischen Beziehungen

Europa hat nach dieser US-Wahl ein Problem, egal wie sie am Ende ausgegangen sein wird. Regiert Donald Trump weitere vier Jahre, womit wir uns Stand Mittwochmittag ernsthaft beschäftigen müssen,...
Das Problem geht aber über Caffier hinaus. Sein Unwillen, auf die Frage zu antworten, steht sinnbildlich für die Verwilderung und autoritäre Entwicklung in weiten Teilen des Staatsapparates.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE via Wikimedia Commons

Keine Privatsache

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier ist auf einer Pressekonferenz der Frage ausgewichen, ob er eine Waffe bei einem Unterstützer der Gruppe "Nordkreuz" gekauft habe. Der...
Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat bereits 170 seiner Produkte auf die Nutri-Score-Kennzeichnung umgestellt.
Foto: The RedBurn / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Viele Lebensmittelhersteller wollen den Nutri-Score verwenden

Viele Lebensmittelhersteller planen, den Nutri-Score auf ihre Packungen zu drucken. Bereits Anfang Oktober haben sich 56 Unternehmen für die neue Nährwertkennzeichnung registrieren lassen, teilte...
Diese groteske Kombination von Corona und Terror ist auch eine ebenso Metapher auf unsere Zeit.
Foto: Aneta Pawlik

Der unverwüstlich-sture Geist von Wien

Für einen Novemberabend war es am Montag in Wien absurd warm mit knapp unter zwanzig Grad. Zugleich waren es die allerletzten Stunden vor dem neuerlichen Lockdown, der um Mitternacht beginnen...
Man kann Giffey vorhalten, dass sie nicht eher diesen Schritt gegangen ist.
Foto: SPD Berlin/ Joachim Gern / CC BY 4.0 via Wikimedia Commons

Der richtige Schritt

Ein blauer Fleck wird bleiben. Für eine Spitzenpolitikerin ist es nie schön, wenn ihr unsaubere Arbeit vorgehalten wird, und sei es in einer vor zehn Jahren erstellten Dissertation, als sie noch...
Bis September 81.100 Selbstständige Arbeit suchend gemeldet.
Foto: Leni und Tom

Zahl der Selbstständigen in Grundsicherungsbezug wegen Corona um 1000 Prozent angestiegen

Die Zahl der Selbstständigen, die aufgrund der Corona-Pandemie zwischenzeitlich Grundsicherung beziehen mussten, ist seit dem Frühjahr massiv in die Höhe geschossen. Insgesamt haben sich in den...
Back To Top