Donnerstag, 24 Sep 2020
Foto: Michal Jarmoluk / CC0 via Pixabay
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Mit einer europaweiten Ausschreibung haben die AOK Hessen, Nordost und Rheinland/Hamburg die Versorgung der Krebspatienten mit Zystostatika neu geregelt. Damit wollen diese Krankenkassen bei der Krebsbehandlung sparen. Es wurden durch die Vergabeformen der Ausschreibung die billigsten Apotheker in einer großflächigen Region beauftragt, die behandelnden Mediziner für die Versorgung der Patienten zu beliefern.

Werner Wenning
Foto: International Students’ Committee / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Das Ende einer Ära

In sehr kurzer Zeit stellte sich heraus, dass nach praktischen Erfahrungen führender Onkologen und Hämatologen die Versorgung der Krebspatienten erheblich gefährdet wird. Es kam zu Lasten der Patieten zu Lieferengpässen bei Zytostatika und Begleit-medikamenten. Ferner wurden unbefüllte Infusionsbestecke sowie unbeschriftete Spritzen geliefert. Hinzu kamen falsche und unvollständige Packungsgrößen die verspätet zur Verfügung gestellt wurden.

Bedingt durch diese Faktoren konnte die notwendige individuelle Versorgung des einzelnen Krebspatienten durch die qualifizierten Mediziner nur verzögert oder garnicht durchgeführt werden und das Leben der Patienten wurde gefährdet oder die Lebensqualität noch stärker eingeschränkt.

Dabei steht wissenschaftlich fest, dass die Versorgung/Behandlung/Betreuung von Patienten bei Krebserkrankungen unabdingbar individuell auf den einzelnen Patienten erfolgen muss und somit stringente Maßnahmen der Therapie zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Medikamenten in enger Feinabstimmung zwischen den Berufsgruppen für den Patienten durchgeführt werden müssen. Dies bedarf einer sehr engen Koordination, Kommunikation und zeitlichen Planung zwischen Mediziner, Apotheker und Krebspatienten. Es darf keine Lieferengpässe geben und die räumliche Nähe zwischen den beteiligten Versorgern der Krebspatienten muss garantiert sein.

Das Sparprogramm der oben genannten Krankenkassen behindert oder verhindert diese Anforderungen für die korrekte Versorgung der Krebspatienten und führt somit zu Qualitätsverlusten im Gesundheitswesen. Gleichzeitig wird ein Chaos in den onkologischen Arztpraxen verursacht. Diese Misswirtschaft gedeiht ausschließlich auf Kosteneinsparungen bedachte krankenKassen-Manager, fern von der Realität der Anforderungen für die Versorgung eines individuellen kranken Menschen. Solche Entscheidungen dürfen erst garnicht realisiert werden und zwar zum Schutz der Krebspatienten und der Qualität der Versorgung.

Insgesamt ist das Verhalten dieser Krankenkassen ein Beweis dafür, dass die Namensführung "Gesundheitskasse" ein Scheinmarketing ist und der Bürger/ Versicherte/Patient hauptsächlich als Kostenfaktor eingestuft wird und somit die individuellen Anforderungen der Patienten in immer stärkerem Maße nicht berücksichtigt werden.

Erst recht aber werden von diesen Krankenkassen die qualifizierten Berufsgruppen der Versorgung im Gesundheitswesen unzureichend in die Entscheidungen einbezogen. Die Bemühungen der Bundesregierung zur konkreten Sicherheit der Versorgungs-qualität und der Installation eines Instituts für die Qualität im Gesundheitswesen werden durch die AOKen unterlaufen. Dies verursacht eine Gefährdung für die Patienten. Hinzu kommt, dass dies zu immer weiter ansteigenden Beitragssätzen für die Bürger/Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen führt.

Wann greift die Politik hier ein, damit solche Gefährdungen für die Bürger/Versicherten/ Patienten vermieden werden?

Oder wird von den kranken Kassenmanagern und den Vertretern der Politik versteckt hinter dem Namen AOK neuerdings die Abkürzung "Alternative Organisation Kostensenkung" gefördert und geduldet.



Quelle: Bürger Initiative Gesundheit


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