Donnerstag, 24 Sep 2020
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In vielen Supermärkten und Discountern wird Obst und Gemüse angeboten, das verdorben ist und nach den Anforderungen des Lebensmittelrechts nicht mehr verkauft werden dürfte. Das haben Recherchen des Verbraucher- und Wirtschaftsmagazins "Markt" im NDR Fernsehen ergeben. In 15 von 17 getesteten Märkten wurde vergammelte Ware verkauft. Das Ergebnis alarmiert Experten für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschützer.

Greta Thunberg
Foto: Anders Hellberg / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Warten auf den "grünen Deal"

In einer Stichprobe hat die Sendung "Markt" 17 Märkte von Rewe, Edeka, Aldi und Lidl besucht. "Besser leben", "Wir lieben Lebensmittel" oder "Super frisch" - so werben die Händler für ihre Produkte. Doch die Wirklichkeit sieht oft anders aus: In den Obst- und Gemüseabteilungen liegen viele gammelige oder schimmelige Paprika, Tomaten, Gurken, Auberginen, Mandarinen, Zitronen und Salat.

Die verdorbene Ware lag häufig den ganzen Tag in den Regalen, ohne ausgeräumt zu werden. Und selbst am darauffolgenden Tag wurden in manchen Märkten dieselben nicht mehr verkehrsfähigen Produkte noch zum Verkauf angeboten, angeblich als tagesfrische Ware.

Der Verbraucherschützer Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg zeigt sich über die Rechercheergebnisse von "Markt" alarmiert: "Dem Verbraucher werden 'unsichere Lebensmittel' verkauft, die man auf keinen Fall verzehren sollte. Ein Verzehr solcher Produkte kann gesundheitliche Risiken haben. Die Märkte haben ihre Sorgfaltspflicht vernachlässigt, denn die Lebensmittel entsprechen nicht den Anforderungen des Lebensmittelrechts."

Die Expertin für Lebensmittelsicherheit Dr. Bianca Brauer kritisiert, dass die Ware nicht mehr verkehrsfähig sei. "Wir haben Marktverordnungen dafür, dass die Ware frei von Schimmelpilzen und Schaden und auch sauber sein muss und frei von Fremdstoffen. Also so etwas müsste unbedingt aussortiert werden." Bei manchen Produkten sei nicht auszuschließen, dass sich Schimmelpilzgifte entwickelt haben, die krebserregend sein können und generell nicht verzehrt werden sollten.

Auf Anfrage von "Markt" bedauert Rewe das Angebot solch verdorbener Ware. Dies entspreche nicht den Qualitätsanforderungen und -vorgaben. In Zukunft sollen Obst und Gemüse mit sichtbaren Mängeln umgehend aus dem Verkauf genommen werden. Edeka kann sich den Befund nicht erklären, er entspreche nicht den Standards. Die Recherche von "Markt" werde zum Anlass genommen, die täglichen Qualitätskontrollen in den Obst- und Gemüseabteilungen zu erhöhen.

Auch Aldi bedauert das Ergebnis. Solche Qualitätsabweichungen hätten im Verlaufe des Tages durch das Filialpersonal bzw. durch die zuständige Bezirksleitung entdeckt werden müssen. Das soll in Zukunft verbessert werden.

Lidl räumt ein, dass es trotz des engmaschigen Kontrollsystems nicht ausgeschlossen sei, dass es im Einzelfall zu Beanstandungen kommen könne. Mitarbeiter in den Filialen sollen für die aktuelle Problematik sensibilisiert werden.

Mehr dazu am Montag, 25. Januar, um 20.15 Uhr in der Sendung "Markt" im NDR Fernsehen. Im Internet: www.ndr.de/markt.



Quelle: NDR


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