#zeitfokus.

Dienstag, 02 Jun 2020
Zugegebenermaßen sind gerade Gastronomie und Friseurhandwerk arg gebeutelt.
Zugegebenermaßen sind gerade Gastronomie und Friseurhandwerk arg gebeutelt. Foto: Donovan Valdivia
 1-2 Minuten Lesezeit  277 Worte im Text  vor 19 Tagen

Wer zahlt für die Corona-Krise? Am Ende immer der brave Bürger. Wer eben kann, greift in seine Tasche. Im Zweifel kassiert der Staat über Steuern und Gebühren, gern bedient sich auch die freie Wirtschaft über Zuschläge und erhöhte Preise. Derzeit sind es oft Wirte und Friseure, die sich beim Gast und Kunden schadlos halten wollen. Andere Branchen werden wohl folgen. Das Wort Abzocke macht die Runde. Schließlich muss das Haar ab und der Hunger gestillt werden. Der Kunde hat also kaum die Wahl. Er muss den erhöhten Preis akzeptieren, will er die nach Wochen des Verbots ersehnte Dienstleistung in Anspruch nehmen.

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Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

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Zugegebenermaßen sind gerade Gastronomie und Friseurhandwerk arg gebeutelt. Erst mussten Salons und Restaurants lange geschlossen bleiben, dann kamen strenge Abstands- und Hygieneregeln für die Wiedereröffnung. Die Belastung ist erheblich, die Kassen sind leer. Warum also nicht den Kunden mehr zahlen lassen? Doch der Wert der Leistung ist unverändert. Selbst die Tatsache, dass mehr gewischt, geputzt, gewaschen und desinfiziert werden muss, rechtfertigt den Preiszuschlag kaum. Zumal nicht der Kunde diese Zusatzleistung fordert, sondern der Gesetzgeber.

Wer der Wirtschaft zubilligt, dass sie ihre Corona-Kosten auf die Kunden abwälzt, darf sich nicht wundern, wenn demnächst auch der brave Bürger seine private Krisen-Rechnung aufmacht und Ausgleich einfordert. Zugegeben: In der Gaststätte und beim Friseur geht es in der Regel nur um einen oder ein paar Euro mehr. Und ein Trinkgeld für die freundliche Friseurin oder den hilfsbereiten Kellner gibt doch jeder gern. Ein erzwungener Zuschlag aber passt nicht in diese Zeit. Der gelernte Reflex, Lasten bei anderen abzuladen, ist das Gegenteil von dem, was wir heute dringender denn je brauchen: Solidarität und Gemeinsinn.

Quelle: ots/Rheinische Post
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