Foto: giampieropilia / CC0 (via Pixabay)
 2-3 Minuten Lesezeit  546 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Papst Franziskus ist in Bedrängnis: Die Gläubigen laufen der Kirche scharenweise davon. Immer mehr Menschen in den westlichen Ländern wie Deutschland haben keinerlei Bezug mehr zum Glauben. Wen wundert's: Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Kirche keine Schlagzeilen produziert. Seit Jahren belastet das Thema sexueller Missbrauch das Vertrauen in die Kirche. Dabei sind es häufig Fälle, die sich vor vielen Jahren ereigneten. Viel Glaubwürdigkeit gekostet hat die Kirche auch der Umgang mit dem Missbrauch, die Abwehrhaltung der kirchlichen Würdenträger und das Deuten mit dem Finger auf andere Institutionen, in denen es angeblich viel häufiger zu Missbrauch kommt. Steht die Kirche also vor einem Abgrund?

Die Nato-Erklärung sieht vor, dass die Bündnispartner ihre Verteidigungsausgaben bis zum Jahr 2024 auf zwei Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung steigern.
Foto: Jobst Christian Höche

Linke kritisieren Aufrüstung in Zeiten der Corona-Krise

Häufig ereilt den Papst aus berufenem und nichtberufenem Munde der Ratschlag, er solle doch die Kirche endlich öffnen: für andere Glaubensrichtungen, für eine Priesterschaft von Verheirateten, ja auch für Frauen als Priesterinnen. Der Papst, so scheint es, müsste die Katholische Kirche nur evangelisch machen, dann wären alle Probleme beseitigt. Doch die Lösung, aus der Katholischen einfach eine Evangelische Kirche zu machen, greift zu kurz. Die Protestanten haben, in Schattierungen, dieselben Probleme: In Entwicklungsländern werden die Freikirchen immer stärker. Je konservativer deren Prediger von der Kanzel rufen, desto anziehender scheinen sie zu werden. Dabei sind es nicht jene Gläubigen, die sonntags in die Kirche gehen, die den Kirchen den Rücken zuwenden. Die Menschen, die in Deutschland zum Einwohnermeldeamt gehen und austreten, haben mit Kirche und Glauben meist überhaupt nichts mehr am Hut.

Die Verweltlichung des Westens ist weit vorangeschritten. Folgten die Menschen früher dem Lauf des Kirchenjahres, spielen heute Tage wie Mariä Lichtmess kaum mehr eine Rolle. Die wenigsten getauften Katholiken haben hierzulande noch Kontakt zu einem Priester. Da würde es auch nichts daran ändern, wenn plötzlich eine Priesterin am Altar stehen würde. Zumeist bringt jene Gläubige, die sich noch wirklich um die Kirche scheren, auch nicht die Tatsache auf die Palme, dass Papst Franziskus Frauen als Priester ablehnt und das Thema Homosexualität mit spitzen Fingern anfasst. Es ist die Bigotterie, die Menschen verärgert. Das pfeifen doch die Spatzen vom Domdach, dass es viele Homosexuelle im Priestergewand gibt. Warum greifen hohe Würdenträger der Kirche also so häufig Homosexuelle und ihre Lebensform an? Auch Pfarrer, die unter einem Dach mit ihrer Pfarrersköchin leben, soll es geben. Luxuswohnungen von Kardinälen in Rom zählen ebenfalls in diese Kategorie. Wasser predigen und Wein trinken, daran krankt die Katholische Kirche in der Wahrnehmung vieler Menschen.

"Seid Menschenfischer", hat Jesus seinen Jüngern empfohlen. Doch genau daran mangelt es. Statt sich hinter hohen Kirchenmauern und dem vielen Geld zu verstecken, das die Kirche in Deutschland hat, müssten Priester und Bischöfe jeden Tag unter Menschen gehen. Sie müssten einstehen für das, was Jesus einforderte: den Nächsten so zu lieben wie sich selbst. Den Armen zu helfen. Die Kranken zu versorgen. Kirche ist da stark, wo sie bei den Menschen ist und die Schwachen tröstet. Papst Franziskus kann eine Reform nach der anderen anordnen, er hat dazu die Macht als gewähltes Oberhaupt der Kirche. Doch was die einen befrieden wird, führt die anderen auf den Kriegspfad. Nur wenn Kirche wieder menschlich wird, wird sie Menschen zurückgewinnen. Dazu braucht sie eben solche Menschenfischer, von denen im Evangelium die Rede ist: Statt sich hinter hohen Kirchenmauern zu verstecken, müssen Priester und Bischöfe dorthin gehen, wo das Leben stattfindet.



Quelle: ots/Mittelbayerische Zeitung
#mehrGesellschaft
Die Lage im Nahen Osten ist explosiver, als es zuletzt - auch überdeckt von der die ganze Welt beschäftigenden Corona-Krise - erschienen sein mag.
Foto: Wikimedia Images

Zurück auf der Tagesordnung: Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern

Der Frust der Palästinenser hat sich seit vielen Jahren aufgestaut. Nicht nur, dass ihre vor zwei Dekaden noch berechtigte Hoffnung, eines Tages in einem eigenen Staat leben zu können, teils durch...
Impfpass mit Eintragungen der beiden Impfungen
Foto: Superikonoskop / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Gefälschte Impfpässe: Polizeigewerkschaft fordert für Polizisten Zugang zu Impfdaten des RKI

In der Debatte um gefälschte Impfpässe und Impfbescheinigungen fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) für Polizisten den Zugang auf die Impf-Datenbank des Robert-Koch-Instituts (RKI). Der...
Die Realität dagegen: Brandenburg und Sachsen gehören, was den Anteil der Erstgeimpften gegen Corona angeht, zu den Schlusslichtern in Deutschland.
Foto: WorldInMyEyes

Das dauert noch

Geimpfte können trotz Corona-Beschränkungen wieder mehr Freiheit genießen: Einkaufen oder Essen gehen zum Beispiel oder einen Kurzurlaub antreten. Das ist die Verheißung. Die Realität dagegen:...
Beim Netto-Vergleich liegen die Altersbezüge der freien Berufe aber noch immer 1,8-mal so hoch wie die durchschnittliche gesetzliche Rente.
Foto: pasja1000

Renten aus Versorgungswerken doppelt so hoch wie gesetzliche Renten

Die Altersrente der Versorgungswerke freier Berufe wie Ärzte, Apotheker, Notare oder Rechtsanwälte liegt mehr als doppelt so hoch wie die Altersrente gesetzlich Versicherter. Zahlten die...
Es geht jedoch nicht nur um alte Schummeleien oder Schludrigkeiten. Vielmehr geht es darum, dass Giffey im September Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden will.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE (via Wikimedia Commons)

Die Glaubwürdigkeit von Franziska Giffey

Ob Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) aufgrund der Plagiate in ihrer Dissertation nun doch der Doktortitel entzogen wird oder nicht, könnte eine zu vernachlässigende Randnotiz sein....
Man hätte das viel früher vorbereiten können und müssen", sagte Landsberg
Foto: Alfred Derks

Lockerungen für Geimpfte bundeseinheitlich regeln

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, drängt auf bundeseinheitliche Regelungen im Umgang mit Geimpften. "Die Aufhebung von Einschränkungen für bereits geimpfte...
Der Sozialverbands-Präsident wirft der Bundesregierung vor, nicht rechtzeitig erkannt zu haben, dass ärmere Menschen stärker von der Pandemie betroffen sind.
Foto: Jordan Whitt

Mitte der Gesellschaft rutscht in Armut ab

Kurz vor der Vorstellung des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung hat der Sozialverband Deutschland vor einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich gewarnt. "In den...
Back To Top