Samstag, 11 Jul 2020
Foto: David Bailey / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)
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Thomas Seibert, aus der Türkei ausgewiesener "Tagesspiegel"-Korrespondent, glaubt, dass die Türkei mit dem Entzug der Arbeitserlaubnis einiger deutschen Journalisten ein Exempel statuieren wollte. Einen Zusammenhang mit seiner journalistischen Arbeit sieht er nicht. Die verweigerte Re-Akkreditierung müsse man seiner Meinung nach in einen allgemeinen Trend in der Weltsicht der türkischen Regierung einbetten.

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Foto: Jay Rembert

Polizeimunition in falschen Händen

"Diese Aktion gegen die Korrespondenten ist Teil einer der von den Politikern in Ankara so empfundenen Gegenreaktion, also aus türkischer Sicht einer defensiven Reaktion auf mutmaßliche Aktionen des Westens, die sich angeblich gegen die Türkei richten. Diese Weltsicht muss man nicht akzeptieren, aber man sollte sie zumindest kennen, um das Verhalten der türkischen Regierung verstehen zu können." Bisher sei die jährliche Ausgabe der Pressekarten an ausländische Journalisten in der Türkei bloß eine Formsache gewesen. "Dass sich die Lage so verschlimmern kann, das hätte wohl niemand vorausgesehen", sagte er dem TV-Sender phoenix (11. März 2019) nach seiner Rückkehr nach Deutschland.

Von der Bundesregierung erwarte er nun, dass sie nicht nur hinter den Kulissen, sondern auch in der Öffentlichkeit Druck ausübe. Seibert erinnerte zudem an die schwierige Lage der türkischen Journalisten: "Was uns passiert ist, ist Luxus, wir konnten uns ins Flugzeug setzen und nach Berlin kommen. Viele türkische Kollegen sitzen im Gefängnis. Sie haben ihre Arbeit verloren, weil ihre Zeitung oder ihre Fernsehkanäle geschlossen wurden. Die Situation der türkischen Kollegen ist sehr schwierig. Das darf man nicht vergessen."



Quelle: ots/phoenix
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