Foto: Pop & Zebra / CC0 (via Unsplash)
 2-3 Minuten Lesezeit  544 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Unangenehme Dinge schiebt man gern vor sich her. Das ist fatal, denn das Vor-sich-Herschieben führt letztlich zu Hektik und Fehlern. Manche winken dennoch lässig ab und raten zum Abwarten. Doch eigentlich wollen sie damit nur die eigene Bequemlichkeit legitimieren. Und so manches erledigt sich entgegen der Hoffnung eben nicht von selbst. Was sich definitiv nicht von selbst erledigt, sind die Probleme, die wir uns im Umgang mit unserem Planeten eingehandelt haben.

Womöglich ist die Zeit der "Alles-unter-einem Dach"-Häuser einfach vorbei.
Foto: Magnussen, Friedrich (1914-1987) - Stadtarchiv Kiel / CC BY-SA 3.0 DE (via Wikimedia Commons)

Die Zeit der Warenhäuser ist vorbei

Nicht nur die jüngste Weltklimakonferenz hat gezeigt, dass der Weg noch sehr weit ist, bis tatsächlich wirksame Maßnahmen beschlossen werden können. Seit langem schauen wir bei unserem Handeln nicht weit genug in die Zukunft. Wenn es um das Morgen und Übermorgen geht, schmunzeln wir gern über die - meist unzutreffenden - Vorhersagen von Zukunftsforschern zu Trends und technologischen Entwicklungen. Was unser heutiges Verhalten aber wirklich für die Zukunft bedeutet, damit wollen sich offensichtlich immer noch zu wenige befassen. Dabei ist doch klar: Nur wer sein Verhalten spätestens genau jetzt ändert, kann dazu beitragen, dass die Lebensbedingungen auch noch für die nächsten Generationen gut sind. Gefragt sind dabei auch und vor allem Gestaltungswille und Mut derjenigen, die für die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sorgen. Immer nur bis zur nächsten Wahl zu denken, teils gönnerhaft, teils autoritär auf die lauten Forderungen der Jugend zu reagieren, all das wirft kein gutes Licht auf die politischen Entscheider. Auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt.

Wer Rahmenbedingungen neu verhandelt, muss dies konkret unter einem Klima- bzw. Umwelt-Vorbehalt stellen. Immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner zu suchen, stets das Austarieren aller Interessen anzustreben - das bringt uns nicht weiter. Wer in Unternehmen Innovationen befördert, sollte denselben Prämissen folgen. Wo baut man Know-how auf, wo steckt man wirklich Investitionen hinein, woran wird geforscht? Das Wort Generationenvertrag existiert im Hinblick auf die Rentenanwartschaft seit langem, nun aber meint dieser Begriff nicht mehr nur die finanzielle Sicherung der Alten, sondern die Richtung dreht sich. Es geht um das (Über-)Leben der Kinder und Enkel in einer intakten Umwelt. Zu viel ist schon irreparabel verloren gegangen, die Selbstheilungskräfte der Natur sind nachhaltig geschwächt. Wollen wir ernsthaft, dass spätestens die übernächste Generation eine Suppe auslöffeln muss, die wir und unsere Vorfahren ihnen eingebrockt haben?

Wer junge Leute nach der Zukunft fragt, erhält ganz andere Antworten, als wenn die Älteren darüber sprechen. Diese Diskrepanz gilt es aufzulösen. Und das funktioniert eben nur, wenn es zur Selbstverständlichkeit geworden ist, die Folgen des Handelns für das Morgen und Übermorgen konkret in Augenschein zu nehmen. Im Übrigen ist dies für die ganze Erde wichtig. Zerstörte Lebenswelten werden gerade in unterentwickelten Regionen zum Massenexodus führen. In Afrika, wo die Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten am meisten wächst, braucht es eine tiefgreifende Verbesserung der Daseinsvorsorge. Das geht nur mit Hilfe von außen. Oder will sich das wohlhabende Europa bald mit seinen Armeen den Flüchtenden entgegenstellen?

Eine gute Zukunft zu haben, das ist ein zutiefst menschlicher Wunsch, der nicht mehr allein durch eigene Arbeit, wirtschaftliches Wachstum und Friedenssicherung zu erreichen ist. Eine gute Zukunft für viele wird am ehesten möglich durch eine Abkehr von Egoismen und kurzfristigem Erfolgsdenken sowie durch Empathie für diejenigen, die ohne fremde Hilfe keine Chance auf diese gute Zukunft haben. Ganz im Sinn eines christlichen Menschenbilds, das uns gerade an Weihnachten wieder besonders deutlich wird.



Quelle: ots/Mittelbayerische Zeitung
#mehrGesellschaft
Es geht jedoch nicht nur um alte Schummeleien oder Schludrigkeiten. Vielmehr geht es darum, dass Giffey im September Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden will.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE (via Wikimedia Commons)

Die Glaubwürdigkeit von Franziska Giffey

Ob Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) aufgrund der Plagiate in ihrer Dissertation nun doch der Doktortitel entzogen wird oder nicht, könnte eine zu vernachlässigende Randnotiz sein....
Impfpass mit Eintragungen der beiden Impfungen
Foto: Superikonoskop / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Gefälschte Impfpässe: Polizeigewerkschaft fordert für Polizisten Zugang zu Impfdaten des RKI

In der Debatte um gefälschte Impfpässe und Impfbescheinigungen fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) für Polizisten den Zugang auf die Impf-Datenbank des Robert-Koch-Instituts (RKI). Der...
Der Sozialverbands-Präsident wirft der Bundesregierung vor, nicht rechtzeitig erkannt zu haben, dass ärmere Menschen stärker von der Pandemie betroffen sind.
Foto: Jordan Whitt

Mitte der Gesellschaft rutscht in Armut ab

Kurz vor der Vorstellung des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung hat der Sozialverband Deutschland vor einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich gewarnt. "In den...
Man hätte das viel früher vorbereiten können und müssen", sagte Landsberg
Foto: Alfred Derks

Lockerungen für Geimpfte bundeseinheitlich regeln

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, drängt auf bundeseinheitliche Regelungen im Umgang mit Geimpften. "Die Aufhebung von Einschränkungen für bereits geimpfte...
Die Realität dagegen: Brandenburg und Sachsen gehören, was den Anteil der Erstgeimpften gegen Corona angeht, zu den Schlusslichtern in Deutschland.
Foto: WorldInMyEyes

Das dauert noch

Geimpfte können trotz Corona-Beschränkungen wieder mehr Freiheit genießen: Einkaufen oder Essen gehen zum Beispiel oder einen Kurzurlaub antreten. Das ist die Verheißung. Die Realität dagegen:...
Beim Netto-Vergleich liegen die Altersbezüge der freien Berufe aber noch immer 1,8-mal so hoch wie die durchschnittliche gesetzliche Rente.
Foto: pasja1000

Renten aus Versorgungswerken doppelt so hoch wie gesetzliche Renten

Die Altersrente der Versorgungswerke freier Berufe wie Ärzte, Apotheker, Notare oder Rechtsanwälte liegt mehr als doppelt so hoch wie die Altersrente gesetzlich Versicherter. Zahlten die...
Die Lage im Nahen Osten ist explosiver, als es zuletzt - auch überdeckt von der die ganze Welt beschäftigenden Corona-Krise - erschienen sein mag.
Foto: Wikimedia Images

Zurück auf der Tagesordnung: Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern

Der Frust der Palästinenser hat sich seit vielen Jahren aufgestaut. Nicht nur, dass ihre vor zwei Dekaden noch berechtigte Hoffnung, eines Tages in einem eigenen Staat leben zu können, teils durch...
Back To Top