Mittwoch, 30 Sep 2020
Foto: bhossfeld / CC0 (via Pixabay)
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Typisch deutsch. Selbst für die Ehre gibt es ein Amt. Das Ehrenamt. Das allerdings zeichnet Deutschland aus, denn 30 Millionen Bürger sind Ehrenamtler. Ohne diese freiwillige Dienstverpflichtung vieler liefe manches nicht rund in Stadt und Land, gäbe es auf dem Dorf keine Feste mehr, wären Unfallopfer oft rettungslos verloren, blieben Einsame, Alte und Kranke allein zu Haus oder verlassen in Klinik oder Heim.

Angela Merkel
Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Weit weg von einer Klimakanzlerin

Sicher kennen auch Sie in Ihrer Nachbarschaft, im Sportverein oder in der Kirchengemeinde vorbildliche Mitmenschen, die diese Welt besser machen: Weil sie sich für andere einsetzen, weil sie kleine Aufgaben oder große Dienste übernehmen, weil sie vielfältige Leistungen erbringen, ohne dafür bezahlt zu werden. Ihr einziger Lohn ist die Wertschätzung, die wir ihnen, den Ehrenamtlern, entgegenbringen.

Denken Sie einmal darüber nach, wem Sie danken könnten am heutigen Tag des Ehrenamtes. Denn der Händedruck, das freundliche Wort oder das Schulterklopfen sind wertvoller als Orden und Ehrenzeichen, die im Sport, im Brauchtum oder beim Roten Kreuz gern als äußeres Zeichen der Anerkennung vergeben werden. Ihr persönlicher "bester Nachbar" verdient Ihre Wertschätzung. Und das ist wohl auch der wesentliche Antrieb für die Ehrenamtler, ob sie im Verein organisiert oder aus Privatinitiative tätig werden: Sie brauchen Rückkopplung, zehren vom guten Gefühl, wichtige Hilfe gegeben oder Freude geschenkt zu haben.

Wer mitbekommt, dass er mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten gebraucht wird, ist mit doppelter Freude dabei. Und das ist auch eine Chance für manchen, der Deutschlands wertvollstes Amt noch nicht für sich entdeckt hat: Manchen Sie doch auch mal den Ehrenamts-Check. Lassen Sie sich beraten, ob Sie nicht auch selbst etwas tun können. Typisch deutsch: Dafür gibt es sogar ein Formular. Online.



Quelle: ots/Rheinische Post
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