#zeitfokus.

Joachim Gauck
Joachim Gauck Foto: Bankenverband / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  284 Worte im Text  vor 200 Tagen

Alt-Bundespräsident Joachim Gauck könne die AfD niemals wählen und halte sie sogar für verzichtbar. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sprach sich Gauck für Akzeptanz eines legitimen Konservatismus aus: Wenn sich heute viele Menschen einer rechtspopulistischen Partei zuwendeten, sei dieser Protest wohl "zum Teil so etwas wie ein lautstarkes Veto konservativer Milieus", die sich gegen eine jahrelange Dominanz des linksliberalen Denkens wehrten nach dem Motto: "Warum haben die immer das Sagen - mit ihren teils überzogenen Fortschrittsideen, etwa in Bezug auf eine gendergerechte Sprache oder die Fokussierung auf immer neue Opfergruppen?".

Bedauerlich ist es, dass es die EZB bei ihrem neuen 750-Mrd.-Euro-Anleihekaufprogramm PEPP gegen die Folgen der Coronakrise bislang an Transparenz vermissen lässt.
Foto: homer0922 / CC0 (via Pixabay)

Keine Geheimniskrämerei

Der Alt-Bundespräsident verteidigte seinen Appell zu einer "erweiterten Toleranz". Die ihm unterstellte Anbiederung an die AfD sei "natürlich Unfug". Er meine vielmehr einen erweiterten Debattenraum ohne verfrühte Abgrenzungen. "Wenn allerdings schon Meinungen, die ein wenig rechts der Mitte sind, gleich als gefährlich für die Demokratie charakterisiert wurden oder werden, engt das den Debattenkorridor ein."

Zudem ruft Gauck die Deutschen auf, weniger über die Minderheit der Demokratieverächter zu sprechen. "Die Mehrheit der Ostdeutschen wählt die Parteien, die zur demokratischen Mitte zählen. Aber wir sprechen meistens über die Minderheit der Ostdeutschen, die nach 1990 gern aus Protest links außen und heute eher rechtsextrem gewählt haben, oder über die, die der Demokratie fremd oder gar feindlich gegenüberstehen. Das ist eine Einstellung, die wir unbedingt überwinden müssen." Dass verunsicherte Menschen einfachen Parolen von Populisten folgten, sei nicht verwunderlich, sagte Gauck unter Verweis auf andere europäische Staaten. "Es ist eben kein sozialer Notstand, der den Populismus stark macht, sondern es ist die Furcht vieler Menschen davor, dass die Moderne sie überfordert, dass sie sie heimatlos macht und dass sie das Gefühl haben: Was mir vertraut ist, das kommt mir abhanden."



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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