#zeitfokus.

Samstag, 04 Apr 2020
Foto: Michael Gaida / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  266 Worte im Text  vor 39 Tagen
Hanau: Die Kraft des Karnevals. Nein, Karneval ist nicht nur politischer Seitenhieb, nicht nur Tilly, sondern auch Tollhaus, Volksfest, sendungsfreie Auszeit. Aber gerade weil das närrische Treiben in seinen Hochburgen für eine gewisse Zeit diese allumfassende Dominanz hat, ist es so entscheidend, wie klar in diesen Tagen seine Positionierung ausfällt. Denn es geht nicht um die Frage, ob Hanau und Helau zusammenpassen, sondern mit welcher Haltung Helau, Alaaf und Wuppdika gerufen werden. Darum diesmal nicht der ausgelutschte Vergleich zwischen den vermeintlich gefühligeren Kölnern und bissigeren Düsseldorfern. Beides ist wichtig: das Mitgefühl mit den Opfern (Köln) und die schonungslose Benennung der Ursachen (Düsseldorf). Und es ist wichtig, dass es Andreas Schmitt, Sitzungspräsident von "Mainz bleibt Mainz", bei seiner diesjährigen Büttenrede nicht bei ein paar pflichtschuldigen Reimen belassen, sondern sich regelrecht in Rage geredet hat gegen die rechten Hassprediger. Am wichtigsten aber waren die stehenden Ovationen, die er dafür erntete, und die Riesenresonanz, die sein Beitrag im Netz auch bei denjenigen fand, die sonst mit Karneval rein gar nichts am Hut haben. Denn raushalten gilt nicht mehr, nicht im Karneval, nicht im Fußballstadion, nicht im stinknormalen Alltagsleben. Wenn das Gift des Rassismus eingedämmt werden soll, muss viel deutlicher als bisher sichtbar werden, dass es noch nicht überall seine Wirkung entfaltet hat. Und das gelingt nur, wenn sich alle berufen fühlen, öffentlich Position zu beziehen. Der Karneval besitzt Strahlkraft und er hat im Rheinland diesmal keinen Zweifel gelassen, wofür er sie einsetzen will. Dass das keineswegs selbstverständlich ist, zeigen die antisemitischen Verhöhnungen beim Umzug im belgischen Aalst. Wer davor die Augen verschließt, macht sich mitschuldig. Wer widerspricht, verdient lautstarken Applaus. Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung

Nein, Karneval ist nicht nur politischer Seitenhieb, nicht nur Tilly, sondern auch Tollhaus, Volksfest, sendungsfreie Auszeit. Aber gerade weil das närrische Treiben in seinen Hochburgen für eine gewisse Zeit diese allumfassende Dominanz hat, ist es so entscheidend, wie klar in diesen Tagen seine Positionierung ausfällt. Denn es geht nicht um die Frage, ob Hanau und Helau zusammenpassen, sondern mit welcher Haltung Helau, Alaaf und Wuppdika gerufen werden.

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Foto: Sgt. Rick Frost, U.S. Army / Gemeinfrei (via Wikimedia Commons)

Wehretat

Darum diesmal nicht der ausgelutschte Vergleich zwischen den vermeintlich gefühligeren Kölnern und bissigeren Düsseldorfern. Beides ist wichtig: das Mitgefühl mit den Opfern (Köln) und die schonungslose Benennung der Ursachen (Düsseldorf). Und es ist wichtig, dass es Andreas Schmitt, Sitzungspräsident von "Mainz bleibt Mainz", bei seiner diesjährigen Büttenrede nicht bei ein paar pflichtschuldigen Reimen belassen, sondern sich regelrecht in Rage geredet hat gegen die rechten Hassprediger. Am wichtigsten aber waren die stehenden Ovationen, die er dafür erntete, und die Riesenresonanz, die sein Beitrag im Netz auch bei denjenigen fand, die sonst mit Karneval rein gar nichts am Hut haben.

Denn raushalten gilt nicht mehr, nicht im Karneval, nicht im Fußballstadion, nicht im stinknormalen Alltagsleben. Wenn das Gift des Rassismus eingedämmt werden soll, muss viel deutlicher als bisher sichtbar werden, dass es noch nicht überall seine Wirkung entfaltet hat. Und das gelingt nur, wenn sich alle berufen fühlen, öffentlich Position zu beziehen.

Der Karneval besitzt Strahlkraft und er hat im Rheinland diesmal keinen Zweifel gelassen, wofür er sie einsetzen will. Dass das keineswegs selbstverständlich ist, zeigen die antisemitischen Verhöhnungen beim Umzug im belgischen Aalst. Wer davor die Augen verschließt, macht sich mitschuldig. Wer widerspricht, verdient lautstarken Applaus.

Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung
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