Lesezeit: 2 Min

Heckler & Koch ist unverzichtbar für die nationale Sicherheit

Foto: synaxonag / CC BY 2.0 (via Flickr)

Meinung
Typographie
  • kleiner klein Standard groß größer
  • Standard Helvetica Segoe Georgia Times

Heckler & Koch ist unverzichtbar für die nationale Sicherheit

.

Der frühere Generalinspekteur Harald Kujat will in seiner künftigen Funktion als Aufsichtsratschef für einen Imagewandel der Oberndorfer Waffenschmiede Heckler & Koch sorgen. "Die Firma ist unverzichtbar für unsere nationale Sicherheit", sagte er im Interview der "Stuttgarter Zeitung" und der "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstagausgabe). "Ihre Waffen sind bei unseren Soldaten, aber auch bei den Verbündeten hoch angesehen." Viele Berichte seien jedoch negativ ausgefallen, selbst wenn Positives zu berichten gewesen sei. "Ich glaube, dass sich das Blatt wendet und die Öffentlichkeit versteht, dass dieses Land eine leistungsfähige Rüstungsindustrie braucht."

Kujat soll auf der Hauptversammlung von Heckler & Koch an diesem Freitag in Rottweil zum Vorsitzenden des dreiköpfigen Aufsichtsrats gewählt werden. Der Militärexperte drängt das Verteidigungsministerium, auf der Suche nach einem neuen Sturmgewehr Heckler & Koch den Zuschlag zu geben. Das Unternehmen will der Bundeswehr ein Gewehr mit einem größeren Kaliber und mehr Reichweite liefern, als bisher gefordert. "Ich fand es ganz mutig, dass sich die Firma zu Wort gemeldet hat, indem sie gesagt hat: Es gibt bessere Lösungen für unsere Soldaten - und wir raten dazu, diese zu wählen", sagte Kujat. "Ich gehe davon aus, dass sich im Ministerium die Vernunft durchsetzen wird."

Die Diskussion über das bisherige Sturmgewehr G36 sei "nicht fair" geführt worden, beklagte der frühere Generalinspekteur mit Blick auf massive Kritik an Präzisionsproblemen, der sich auch Verteidigungsministerium Ursula von der Leyen (CDU) angeschlossen hatte. "Da haben sich einige in ihrem Urteil über das G36 sehr weit nach vorne gewagt", so Kujat. Das G36 sei für die Aufgaben, für die es 1995 von der Bundeswehr bestellt worden sei, ein "hervorragendes Gewehr". Dies habe auch das Gericht festgestellt. "Ich hoffe sehr, dass diejenigen, die das Gewehr damals schlecht geredet haben, nun daran denken: Es geht nicht darum, Recht zu behalten, sondern das Beste für die Soldaten zu liefern."

Zudem unterstützt Kujat die restriktivere Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung. "Mit der Entscheidung, den Export von Kleinwaffen in Drittländer grundsätzlich nicht mehr zu genehmigen, will die Regierung verhindern, dass diese Waffen weitergeleitet werden und in falsche Hände gelangen", sagte er. "Ich halte dies für einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung einer Krisenregion."



Quelle: Stuttgarter Zeitung
344 Wörter im Bericht.

Meinung (Top 10/365)

  • Geteiltes Echo auf Kretzschmars Äußerungen
    Montag, 14. Januar 2019

    Politikexperten in Sachsen-Anhalt reagieren teils kritisch, teils verständnisvoll auf die Aussagen des Ex-Handballprofis Stefan Kretzschmar zu fehlender Meinungsfreiheit in Deutschland. Das...

  • Ex-BGH-Richter Neskovic hält Hartz-IV-Sanktionen für verfassungswidrig
    Donnerstag, 10. Januar 2019

    Der ehemalige Richter am Bundesgerichtshof, Wolfgang Neskovic, sieht die Hartz-IV-Sanktionen mit dem Grundgesetz in Konflikt: "Seit der bahnbrechenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtshofs...

  • Stich ins Herz der Demokratie - Hassreden bereiten in Polen den Boden für Gewalt
    Montag, 14. Januar 2019

    Ein möglicherweise psychisch kranker Mann sticht den Bürgermeister von Danzig nieder und tötet ihn: Die schreckliche Nachricht aus Polen fügt sich auf erschütternde Weise in eine Zeit der Shitstorms und...

  • Von der Leyens EU-Ambitionen
    Mittwoch, 03. Juli 2019

    Falls die Strippenzieher in der EU geglaubt hatten, mit ihren jüngsten Personalentscheidungen dem europäischen Gedanken und der Demokratie einen Dienst zu erweisen - sie erreichten das genaue...

  • Zwist der Ministerpräsidenten mit Scholz über Flüchtlingskosten
    Donnerstag, 21. März 2019

    Es ist auf den ersten Blick nicht zu entscheiden, ob vier oder fünf Milliarden Euro die Summe sind, mit der der Bund die Integrationskosten der Länder und Kommunen angemessen mildern sollte, und wie...

  • Der nächste Schritt - Krieg?
    Mittwoch, 08. Mai 2019

    Genug ist genug, sagen die iranischen Machthaber und setzten - ein Jahr nachdem die USA einseitig das völkerrechtlich verbindliche Atomabkommen gekündigt und Sanktionen verschärft haben - Teile des...

  • Weisheiten von gestern
    Freitag, 08. Februar 2019

    Ideologien sterben nicht durch ihre Widerlegung - man zieht sie schlicht aus dem Verkehr. Dieses Schicksal wird wohl auch den sogenannten Neoliberalismus ereilen. Er verschwindet langsam. Aber...

  • Korruptionssumpf Regensburg - Übrig blieb davon nichts
    Mittwoch, 03. Juli 2019

    Endlich Gewissheit. Nach 60 Prozesstagen verlässt Joachim Wolbergs das Landgericht Regensburg ohne Strafe. Die Richter wischten in der Urteilsbegründung Anklagepunkt um Anklagepunkt vom Tisch. Übrig blieb...

  • Grüne: Schlechter Tag für die Freiheit des Internets
    Dienstag, 26. März 2019

    Die Grünen im Europäischen Parlament haben mit scharfer Kritik auf die Billigung der Urheberrechtsreform durch das Europaparlament reagiert. Der Spitzenkandidat der deutschen Grünen für die...

  • Die Demokratie muss sich wehrhaft zeigen
    Mittwoch, 26. Juni 2019

    Durch das Geständnis im Fall Lübcke wird zur erschütternden Gewissheit, dass zum ersten Mal in der Nachkriegszeit ein rechtsextremistisch motivierter Mord an einem Staatsvertreter verübt wurde....