Öffnung des Brandenburger Tores am 22. Dezember 1989
Öffnung des Brandenburger Tores am 22. Dezember 1989 Foto: SSGT F. Lee Corkran VIRIN DF-ST-91-03542 / Gemeinfrei (via Wikimedia Commons)
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Der Jubel der Menschen in Ost und West. Die Freude über das Ende der Mauer. Und dann die Zuversicht, dass die lange Teilung nun bald überwunden werde. Solche Themen bestimmten in den letzten 29 Jahren die Erinnerung an den 9. November. Doch dieses Jahr trägt die Bewertung ganz andere Züge. Warum ist das so?

Der Sohn des 1994 verstorbenen Firmengründers Bernd Tönnies beklagt, dass die seit längerem von ihm geforderte Abschaffung der Werkverträge noch nicht erfolgt sei.
Foto: Daidalus / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Corona-Fälle heizen Familienstreit bei Tönnies an

Vor allem wegen der vergangenen Landtagswahlen und dem Schock über die hohen Stimmenanteile für die Rechtsradikalen. Besonders bei uns im Westen dämmert die Einsicht, dass nach der Wiedervereinigung große Fehler gemacht wurden. Zu Lasten vieler Menschen im Osten. Dass rund 80 Prozent der dortigen Betriebe schon bald nach dem Mauerfall liquidiert wurden, interessierte in der Goldgräberstimmung, die viele Westler erfasst hatte, nur am Rande. Der Osten war in jener Zeit ein Paradies für Geschäftemacher, die die Neubürger oft für dumm verkauften. Grundstücke und Firmen gingen für kleines Geld an neue West-Eigentümer. Derweil machte man sich am Arbeitsplatz und auch in TV-Sendungen über Trabbifahrer lustig und über Menschen, die zur ersten Banane griffen. Würdevoll war das nicht. Und es ist klar, dass so viel Überheblichkeit Spuren hinterlässt.

Viele im Osten ärgert es sehr, dass ihre Leistungen nicht gewürdigt werden. Aus diesem Unmut kochen die Radikalen nun ihr Süppchen. Sie spinnen erfolgreich an dem Märchen, dass die Bundesregierung nicht anders agiere als seinerzeit Honecker und Co. Besonders niederträchtig ist die Behauptung, dass man in Deutschland nicht mehr seine Meinung sagen dürfe. Wie damals in der DDR. Das ist eine üble Lüge. Denn während hier jeder Mensch alles mögliche sagen und schreiben kann (gerade das Internet ist voll davon), gab es in der DDR Bespitzelung, Folter, Tod oder Gefängnis für die angeblichen Feinde des Arbeiter- und Bauernstaats. Daran muss immer wieder erinnert werden. Und es ist bemerkenswert, dass gerade die Radikalen im Osten das nicht gern hören wollen. 30 Jahre nach dem Mauerfall ist es mit dem gegenseitigen Verstehen nicht weit her. Zumal es nach den letzten Wahlen erneut eine abfällige Haltung gegenüber "dem Osten" gibt, obwohl ja längst nicht alle radikal gewählt haben.

Zugleich erinnern wir am 9. November nicht nur an die Mauer, sondern auch an die Revolution von 1919, die nach dem Ersten Weltkrieg ein blutiges Ende nahm. Zudem denken wir an den 9.11. 1938, als Synagogen brannten und die Nazis Juden aus den Häusern trieben. Zu lange glaubten wir, dass die Wiedervereinigung die Gespenster der Vergangenheit begraben hätte. Es ist nicht so. Wer hätte beim Jubel vor 30 Jahren geglaubt, dass nun Antisemitismus im Unterricht behandelt werden muss?



Quelle: ots/Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
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