#zeitfokus.

Sonntag, 05 Apr 2020
Annegret Kramp-Karrenbauer
Annegret Kramp-Karrenbauer Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0
 1-2 Minuten Lesezeit  373 Worte im Text  vor 55 Tagen
Kommentar zu Annegret Kramp-Karrenbauers Rücktritt. Alles auf Anfang: Annegret Kramp-Karrenbauer kapituliert und lässt die CDU in einem ziemlich ramponierten Zustand zurück. 14 Monate nach ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden, die im besten Falle auch gleich die Frage der Kanzlerkandidatur in ihrem Sinne hätte klären sollen, erkennt die 57-Jährige, dass ihr das alles Entscheidende zum politischen Erfolg fehlt: der Rückhalt in den eigenen Reihen. Schon länger hatten einflussreiche Christdemokraten immer mal wieder durchblicken lassen, dass es schwer werden dürfte, die Basis für einen AKK-Wahlkampf zu mobilisieren. Offen sagen wollte das natürlich keiner - so funktioniert das halt unter Parteifreunden. Und auch Annegret Kramp-Karrenbauers Rivalen hatten nie erklärt, dass sie bereit sind, sich voll und ganz hinter der CDU-Frontfrau zu versammeln. Das gilt für Friedrich Merz wie für Armin Laschet, wenn beide auch in Auftreten wie in Strategie unterschiedlicher nicht sein könnten. Dass ihr im Zuge des Thüringen-Desasters auch noch ihre Amtsvorgängerin Angela Merkel in die Parade fuhr, muss für Annegret Kramp-Karrenbauer endgültig das Signal zum Aufgeben gewesen sein. Denn wenn die Kanzlerin entgegen ihrer Gewohnheit aus dem Ausland zu einer innenpolitischen Frage in dieser Art und Weise Stellung nimmt, wie sie es getan hat, kann das nur eines bedeuten: Auch Angela Merkel hat den Glauben an Annegret Kramp-Karrenbauers Führungsstärke und Durchsetzungskraft endgültig verloren. Annegret Kramp-Karrenbauer hinterlässt kein bestelltes Feld, sondern einen kreuz und quer durchpflügten Acker. Daran ist gewiss nicht sie alleine schuld, dafür trägt auch Angela Merkel ein gehöriges Stück Mitverantwortung. Denn selbst wenn AKK vom ersten Tag an alles in ihrem Sinne hätte regeln können, hätte sie trotzdem mit dem Erbe von 18 Jahren Angela Merkel zu kämpfen gehabt. Gleichwohl hat Kramp-Karrenbauer nach ihrer Wahl auf dem Hamburger Wahlparteitag im Dezember 2018 so ziemlich alles falsch gemacht, was sie falsch machen konnte. Symbolisch steht der missglückte Karnevalswitz für ihre beinahe durchgehend falsche Themensetzung, für missglücktes Timing und haarsträubende Kommunikationspannen. Heute weiß die CDU weniger denn je, wo sie steht und wofür sie steht. Die Konfusion von Thüringen ist symptomatisch - von AfD bis Linke scheint beinahe alles möglich. Es fehlt ein Kompass, und ohne den kann es keinen klaren Kurs geben. Die CDU ist ernsthaft in Gefahr, ihren Status als letzte echte Volkspartei Deutschlands zu verlieren. Quelle: ots/Westfalen-Blatt

Alles auf Anfang: Annegret Kramp-Karrenbauer kapituliert und lässt die CDU in einem ziemlich ramponierten Zustand zurück. 14 Monate nach ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden, die im besten Falle auch gleich die Frage der Kanzlerkandidatur in ihrem Sinne hätte klären sollen, erkennt die 57-Jährige, dass ihr das alles Entscheidende zum politischen Erfolg fehlt: der Rückhalt in den eigenen Reihen.

Boris Johnson
Foto: EU2017EE / CC BY 2.0 (via Flickr)

Hurra! Der neue Brexit-Deal

Schon länger hatten einflussreiche Christdemokraten immer mal wieder durchblicken lassen, dass es schwer werden dürfte, die Basis für einen AKK-Wahlkampf zu mobilisieren. Offen sagen wollte das natürlich keiner - so funktioniert das halt unter Parteifreunden. Und auch Annegret Kramp-Karrenbauers Rivalen hatten nie erklärt, dass sie bereit sind, sich voll und ganz hinter der CDU-Frontfrau zu versammeln. Das gilt für Friedrich Merz wie für Armin Laschet, wenn beide auch in Auftreten wie in Strategie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Dass ihr im Zuge des Thüringen-Desasters auch noch ihre Amtsvorgängerin Angela Merkel in die Parade fuhr, muss für Annegret Kramp-Karrenbauer endgültig das Signal zum Aufgeben gewesen sein. Denn wenn die Kanzlerin entgegen ihrer Gewohnheit aus dem Ausland zu einer innenpolitischen Frage in dieser Art und Weise Stellung nimmt, wie sie es getan hat, kann das nur eines bedeuten: Auch Angela Merkel hat den Glauben an Annegret Kramp-Karrenbauers Führungsstärke und Durchsetzungskraft endgültig verloren.

Annegret Kramp-Karrenbauer hinterlässt kein bestelltes Feld, sondern einen kreuz und quer durchpflügten Acker. Daran ist gewiss nicht sie alleine schuld, dafür trägt auch Angela Merkel ein gehöriges Stück Mitverantwortung. Denn selbst wenn AKK vom ersten Tag an alles in ihrem Sinne hätte regeln können, hätte sie trotzdem mit dem Erbe von 18 Jahren Angela Merkel zu kämpfen gehabt.

Gleichwohl hat Kramp-Karrenbauer nach ihrer Wahl auf dem Hamburger Wahlparteitag im Dezember 2018 so ziemlich alles falsch gemacht, was sie falsch machen konnte. Symbolisch steht der missglückte Karnevalswitz für ihre beinahe durchgehend falsche Themensetzung, für missglücktes Timing und haarsträubende Kommunikationspannen. Heute weiß die CDU weniger denn je, wo sie steht und wofür sie steht. Die Konfusion von Thüringen ist symptomatisch - von AfD bis Linke scheint beinahe alles möglich. Es fehlt ein Kompass, und ohne den kann es keinen klaren Kurs geben. Die CDU ist ernsthaft in Gefahr, ihren Status als letzte echte Volkspartei Deutschlands zu verlieren.



Quelle: ots/Westfalen-Blatt
#mehrGesellschaft
Politisches Handeln, das sich - auch wenn das Ziel hehr ist - als "alternativlos" darstellt, ist undemokratisch.
Foto: Наркологическая Клиника

Der erste und der zweite Blick

Auf den ersten Blick ist die Entscheidung sehr einfach. Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, ihre körperliche Unversehrtheit steht an erster Stelle. Die Würde des Menschen ist unantastbar -...
Corona hat die Wirtschaft hart getroffen.
Foto: Gautam Arora

Leben nicht gegen Geld aufwiegen

Die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus sind vorübergehend verhängt worden. Wie lange sie tatsächlich dauern müssen, weiß niemand. Brauchen wir also eine Exit-Strategie? Ja, selbstverständlich. Es ist aber nicht...
empty alt
Foto: ResoluteSupportMedia / CC BY 2.0 (via Flickr)

Nur eine kleine humanitäre Geste

Das Jahr 2015 mit fast einer Million in Deutschland aufgenommenen Flüchtlingen hat auch bei der großen Koalition Spuren hinterlassen. Wie tief sie sind, zeigt der dürre Beschluss des...
Unruhe der Eltern überträgt sich auf Kinder.
Foto: Jordan Whitt

Kinder vor Corona-Panik schützen

Deutschlands Kinderärzte und Kinderpsychotherapeuten haben an Eltern appelliert, ihre Kinder vor Corona-Angst zu schützen. "Die Masken-Menschen in Bussen, Bahnen oder im Fernsehen sind komisch,...
Wir brauchen einen Schutzschirm für alle Krankenhäuser.
Foto: Hans Braxmeier / CC0 (via Pixabay)

Deutsche Krankenhausgesellschaft verlangt "finanziellen Schutzschirm für alle Krankenhäuser"

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DGK) hat einen sofortigen finanziellen "Schutzschirm für alle Krankenhäuser" gefordert, damit Kliniken in der Corona-Krise nicht pleitegehen. "Die Kliniken, ob...
Standardrente seit 2014 brutto um 200 beziehungsweise 250 Euro gestiegen.
Foto: pasja1000 / CC0 (via Pixabay)

Rentenversicherung meldet "deutliches Plus" für Senioren

Während an den Börsen wegen der Ausbreitung des Coronavirus die Aktienkurse fallen, verkündet die Deutsche Rentenversicherung (DRV) "erfreuliche Nachrichten für die mehr als 21 Millionen...
DKG-Präsident Gerald Gaß fordert zusätzlich einen sofortigen finanziellen "Schutzschirm für alle Krankenhäuser".
Foto: stux / CC0 de (via Pixabay)

DGB fordert angesichts der Corona-Krise deutlich mehr Geld für Krankenhäuser

Angesichts der Corona-Pandemie und der außerordentlichen Herausforderungen für das Gesundheitssystem drängt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf deutlich mehr Geld für die Krankenhäuser....
Back To Top