Samstag, 05 Dez 2020
"Es wäre vielleicht schön, wenn Greta nicht alles so negativ sähe, sondern auch mal etwas Positives sagen würde. Manchmal ist es besser, eine Lösung anzubieten, als immer nur anzuprangern."
"Es wäre vielleicht schön, wenn Greta nicht alles so negativ sähe, sondern auch mal etwas Positives sagen würde. Manchmal ist es besser, eine Lösung anzubieten, als immer nur anzuprangern." Foto: Lëa-Kim Châteauneuf / CC-BY 4.0 (via Wikimedia Commons)
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Laura Dekker (24), niederländisch-neuseeländische Seglerin, die 2012 als jüngster Mensch aller Zeiten eine Solo-Weltumrundung abschloss, sieht die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg (17) mit Wohlwollen und Respekt, spart aber auch nicht an Kritik: "In erster Linie mag ich, wofür sie steht. Und ich mag, dass sie als junges Mädchen ein klares Ziel und eine klare Meinung hatte, die sie auch gut auf den Punkt brachte. Das finde ich toll", sagte Dekker der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

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Foto: NiklasPntk / CC0 (via Pixabay)

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Sie wisse aber auch, "wie es ist, im Mittelpunkt der Medien zu stehen und dass jeder Mensch es so verdrehen kann, dass am Ende wieder etwas anderes herauskommt", fügte Dekker hinzu. "Sie hat ja ganz klein angefangen, und es kam wirklich aus ihrem Herzen. Aber dann hat es eine Wendung genommen - ganz viele andere Menschen wollen sie für ihre Zwecke einspannen, und das wäre auch für eine 30-Jährige wohl sehr, sehr schwer." Dabei würde Thunberg eine etwas positivere Sicht der Dinge gut zu Gesicht stehen: "Es wäre vielleicht schön, wenn Greta nicht alles so negativ sähe, sondern auch mal etwas Positives sagen würde. Manchmal ist es besser, eine Lösung anzubieten, als immer nur anzuprangern." Die 24-Jährige, die mittlerweile Mutter eines knapp zwei Jahre alten Sohnes ist, hat sich vom Vater des Kindes, einem deutschen Bootsbauer, wieder getrennt, wie sie in dem Gespräch bestätigte: "Wir sind schon ziemlich lange wieder auseinander."

Als "voll schwierig" bezeichnete die in Neuseeland lebende Dekker die Frage, unter welchen Voraussetzungen sie es ihrem Sohn erlauben würde, als 14-Jähriger mit dem Segelboot zu einer Solo-Weltumrundung aufzubrechen: "Ich möchte meinem Sohn genau das weitergeben, was mein Vater für mich getan hat. Ich möchte ihm vertrauen, damit er selbst lernt und Sachen macht, die er machen möchte. Das ist schwer, denn dafür muss man ihn gehen lassen und zugucken, wie er Fehler macht. Für mich ist wichtig, dass er Verantwortung übernimmt, dass er vorausschaut und Konsequenzen abschätzen kann. Dass er nachdenkt, bevor er etwas macht."

Festhalten will Dekker an ihren Plänen, noch in diesem Jahr mit einer Gruppe Jugendlicher über den Atlantik in die Karibik zu segeln, auch wenn sich das Vorhaben eines Schiffsneubaus zu diesem Zweck zerschlagen hat: "Eigentlich wollten wir in diesem Jahr anfangen, das Schiff zu bauen, aber wegen Corona hat das nicht mehr geklappt, weil die Sponsoren und die Werft erst einmal nicht wussten, wie es weitergehen soll. Aber wir haben jetzt ein gebrauchtes Schiff gefunden, das ich mir vor ein paar Jahren angeguckt hatte und das damals noch viel zu teuer war. Jetzt haben wir es für die Stiftung gekauft und wollen noch in diesem Jahr die ersten Segeltrips unternehmen. Eigentlich könnten wir im November starten, aber wegen Corona wissen wir natürlich nicht, wer überhaupt mit kann. Wir haben viele Kinder aus Amerika, aber die können wegen Corona ja zurzeit nirgendwo hin. Deswegen gucken wir jetzt auch mehr nach Europa."

Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
#mehrGesellschaft
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Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE via Wikimedia Commons

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