Samstag, 19 Sep 2020
Julia Klöckner
Julia Klöckner Foto: G20 Argentina / CC BY 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  268 Worte im Text  vor 355 Tagen

Jetzt kann sie endlich kommen, die Lebensmittel-Ampel. Was die Konzerne Hand in Hand mit der zuständigen Ministerin Julia Klöckner (CDU) lange verhindert haben, findet nun doch den Weg ins Supermarkt-Regal: Die Nährwert-Kennzeichnung nach dem Vorbild des französischen Nutri-Score-Modells, gut sichtbar auf der Vorderseite der Verpackung. Eine Ampel mit fünf Stufen ist geplant, von dunkelgrün (sehr empfehlenswert) bis knallrot (ungesund). Das Ganze geschieht nur auf freiwilliger Basis, aber immerhin.

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Foto: Heptagon / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Anwohnerparken

Über die Frage, wie der Gehalt an Fett, Salz und Zucker bei verarbeiteten Lebensmitteln gekennzeichnet werden soll, wird in Europa seit Jahren gestritten. EU-weit verpflichtend ist bislang nur eine Nährwert-Tabelle auf der Rückseite der Verpackung. Die Zahlen sind meist klein gedruckt und sagen nichts darüber aus, ob der Gehalt an Fett, Zucker und Salz als hoch, mittel oder niedrig bewertet werden kann. Ärzteverbände, Krankenkassen und Verbraucherorganisationen fordern schon lange Maßnahmen gegen Fehlernährung und Übergewicht. Die leicht verständliche Nutri-Score-Ampel könnte dabei auch hierzulande sehr hilfreich sein. Die Erfahrungen in Frankreich und vielen anderen EU-Ländern sind sehr positiv.

Obwohl alle Fakten längst bekannt waren, setzte Klöckner im Mai dieses Jahres eine weitere Verbraucherbefragung durch. Vier Modelle standen zur Auswahl. Das war reine Zeit- und Geldverschwendung, weil Nutri-Score den anderen überlegen ist. Trotzdem lehnt die deutsche Ernährungswirtschaft die Ampel ab. Eine farbliche Bewertung der Lebensmittel helfe dem Verbraucher nicht weiter, ob sich jemand gesund oder ungesund ernähre, hänge von ganz vielen Faktoren ab. Das stimmt. Oft kommt es auf die Menge an. Trotzdem bietet die Ampel eine rasche Orientierung, was in den Einkaufswagen sollte und was besser nicht.



Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung
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