#zeitfokus.

Sonntag, 31 Mai 2020
Foto: ResoluteSupportMedia / CC BY 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  256 Worte im Text  vor 83 Tagen

Das Jahr 2015 mit fast einer Million in Deutschland aufgenommenen Flüchtlingen hat auch bei der großen Koalition Spuren hinterlassen. Wie tief sie sind, zeigt der dürre Beschluss des Koalitionsausschusses. Da ist von Unterstützung für Griechenland "bei der schwierigen humanitären Lage von etwa 1000 bis 1500 Kindern" die Rede. Eine "Koalition der Willigen" in der EU solle die Kinder aufnehmen, die schwer krank sind oder allein auf der Flucht und jünger als 14 Jahre sind - Deutschland sei bereit, einen "angemessenen Anteil" zu tragen. Gemessen an den Möglichkeiten der größten Volkswirtschaft Europas - allein Brandenburg kann nach eigenen Angaben 5000 Flüchtlinge unterbringen - ist die Aufnahme von einigen Hundert notleidenden Kindern nicht mehr als eine kleine Geste. Die Angst vor Widerstand in der Bevölkerung ist offenbar groß.

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Foto: William Dais / CC0 (via Pixabay)

Hühnerstall Deutschland

Die Koalitionsspitzen setzen aber auch ein richtiges Zeichen: Deutschland fordert diesmal Solidarität in der EU ein. Europa muss mehr Verantwortung tragen - auch für eigenes jahrelanges dramatisches Versagen. Heimatländer der Flüchtlinge wurden wirtschaftlich oft geschwächt durch Exporte subventionierter Produkte. Kriege wie in Syrien wurden beobachtet, ohne den Nachbarstaaten rechtzeitig bei der Aufnahme von Flüchtlingen zu helfen. Im Gegenteil - Gelder wurden gekürzt. Menschen werden sich aber immer auf den Weg machen, wenn ihnen sonst nur Elend bleibt. Die EU muss endlich umsteuern.

Laut Umfragen ist Deutschland in der Flüchtlingsfrage gespalten. Eine Minderheit verschafft sich mit Hass und Hetze Gehör. Viele Bürger sind verunsichert, ob die Integration der Flüchtlinge von 2015 dauerhaft gelingt. Aber viele andere halten Hilfe für Flüchtlinge weiterhin für richtig und verkraftbar. Für einige Hundert Kinder gilt das allemal.

Quelle: ots/Rheinische Post
#mehrGesellschaft
Clemens Tönnies
Foto: Susanne Freitag / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

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