Donnerstag, 29 Okt 2020
Foto: Armin Kübelbeck / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)
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Der bekannte Erziehungswissenschaftler und Autor Jürgen Oelkers beschäftigt sich seit Jahren mit der Odenwaldschule und der Reformpädagogik. Jetzt spricht er dem früheren Leiter der Odenwaldschule und gefeierten Pädagogen Gerold Becker alle Fähigkeiten ab.

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Foto: Pete Linforth / CC0 (via Pixabay)

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"Beckers Karriere war die eines Hochstaplers", so Oelkers in der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Die Odenwaldschule war nie ein Vorbild, im Gegenteil. Sie war auch nie eine Gemeinschaft (...). Wir haben uns darin alle geirrt."

Becker sei vor allem ein glänzender Rhetoriker gewesen, der aber nie eine "eigene originäre Idee" gehabt habe, so Oelkers, dessen neues Buch 'Pädagogik, Elite, Missbrauch. Die Karriere des Gerold Becker' am 7. März erscheint. Becker habe die richtigen Leute gekannt und mit Hellmut Becker, dem früheren Gründer und ersten Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, und dem Reformpädagogen Hartmut von Hentig Verbündete an seiner Seite gehabt, "die ihn aus jeder Notlage befreiten und immer wieder mühelos irgendwo unterbrachten". Selbst als im November 1999 die ersten Missbrauchsvorwürfe gegen ihn bekannt geworden seien, habe dies seiner Karriere nicht geschadet, so Oelkers.

In der Öffentlichkeit ist der frühere Leiter der Odenwaldschule, Gerold Becker, vor allem als Haupttäter im Missbrauchsskandal des reformpädagogischen Internats bekannt. Über Jahrzehnte hinweg wurden im hessischen Oberhambach mindestens 132 Kinder und Jugendliche von Becker und anderen Lehrern sexuell missbraucht. Becker galt als gefeierter Pädagoge und angesehener Bildungsexperte, obwohl der studierte Theologe keinerlei pädagogische Abschlüsse vorzuweisen hatte.



Quelle: ots/Die Zeit


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