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Jeder kennt den Ärger aus eigener Erfahrung oder Erzählung. Rechtzeitig abgeschickte Briefe zum Geburtstag oder an Weihnachten kommen zu spät oder gar nicht an. Päckchen verschwinden. Eine Benachrichtigungskarte für ein Paket landet im Briefkasten, obwohl der Empfänger zur Zeit der Zustellung definitiv zu Hause war. Die Pakete werden nicht zur versprochenen Auslieferungszeit zugestellt und landen wieder beim Absender. Die Varianten der Beschwerden über die Post- und Paketdienste sind lang - und werden immer länger. Erstmals haben sich im vergangenen Jahr so viele Menschen bei der Bundesnetzagentur schriftlich über Zustellungsmängel bei Briefen und Paketen beschwert wie nie zuvor.

Da die Internetbranche aufgrund der Schwarmintelligenz, oder besser gesagt des Herdentriebs der Nutzer besonders zur Monopolisierung neigt, wird Corona den Einfluss dieser Konzerne noch stärken.
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Milliardengewinne der Tech-Riesen

Ob die rund 18.200 Beschwerden ihre Ursache darin haben, dass bei der Post-Zustellung mehr schiefläuft als früher oder die Verbraucher sich schlichtweg mehr um ihre Rechte kümmern und sich aktiv beschweren, ist nicht sicher. Klar aber ist: In der Branche läuft in Sachen Qualität vieles schief. Die Unternehmen sind offenbar mit dem professionellen Managen der Bestellflut im Internet überfordert. Überlastungen in vielen lizensierten Paketshops und technisch mangelhafte Zustellfahrzeuge kommen als Probleme dazu. Dabei sind die Anforderungen nicht neu: Die jedes Jahr steigenden Online-Bestellungen führen zu einem immer größeren Paketaufkommen. Rund 3,5 Milliarden Pakete werden von den großen Paketdiensten wie DHL, Hermes, DPD, UPS oder GLS jedes Jahr ausgeliefert. Tagein, tagaus schleppen Boten treppauf, treppab mal leichte, mal schwere Sendungen zu den Kunden - oder manchmal eben auch nicht.

Genau hier liegt das Kernproblem: Die Arbeitsbedingungen der geschätzt rund 427.000 Mitarbeiter, die in der Post- und Paketbranche arbeiten, sind zum Teil äußerst prekär. Insbesondere Beschäftigte, die für Subunternehmen der Konzerne tätig sind, ächzen zum Teil unter hohen Arbeitszeiten von bis zu 16 Stunden täglich bei gleichzeitig geringer Bezahlung - nicht selten weit unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn. Da ist es nicht wirklich verwunderlich, vielleicht einfach menschlich, wenn der ein oder andere Mitarbeiter sich mal den Gang in die oberen Stockwerke in Altbauten ohne Fahrstuhl schenkt. Dieser Zustand ist aber dennoch völlig inakzeptabel. Denn die Leidtragenden sind die Verbraucher, die mit dem Bezahlen ihres Portos darauf setzen, dass die Zustellung ihres Briefes oder Paketes verlässlich erfolgt.

Die Verantwortung für den Missstand tragen allein die Postdienste. Sie müssen für eine sichere Zustellung und den Einsatz verlässlicher Mitarbeiter sorgen. Denn: Zufriedene Beschäftigte sind in der Regel der beste Garant dafür, dass auch die gewünschte Leistung erbracht wird. Alle Postdienste sollten deshalb ihre Arbeitsbedingungen an den Schwachstellen verbessern - erst recht dort, wo Rechtsbruch begangen wird. Immer wieder werden bei Kontrollen von nicht festangestellten Paketboten Mitarbeiter ohne Führerschein entdeckt, aber auch Schwarzarbeit, Unterschreitung des Mindestlohns oder Sozialversicherungsbetrug festgestellt. Die Postdienste müssen hier schnell umdenken, wenn sie ihre Kunden - und zwar Händler und Verbraucher - nicht vergraulen wollen. Firmen mit Onlineshops können nur dann erfolgreich bestehen, wenn auch die Zustellung reibungslos funktioniert. Wollen Paketdienste am Boom teilhaben, brauchen sie auf Dauer gutes, motiviertes Personal und sichere Auslieferungsfahrzeuge. Dafür muss investiert werden. Internethandel ohne verlässliche Zustellung hat keine Zukunft.



Quelle: ots/Berliner Morgenpost
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