Alexander Gauland
Alexander Gauland Bild: Metropolico.org / CC BY-SA 2.0 via Flickr
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Nun ist die Empörung groß. Alexander Gauland, der stellvertretende Vorsitzende der angeblichen Alternative für Deutschland - AfD - hat den Weltklasse-Innenverteidiger der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beleidigt. Rassistisch beleidigt. Unseren (!) Jerome Boateng.

Die Schulen benötigen die Zeit, um sich auf eine neue Art des Unterrichts einzustellen.
Foto: Andy Falconer

Schulen benötigen Zeit für das neue Lernen

Warum tut ein nationalkonservativer bis rechtsradikaler deutschtümelnder Rückstandspolitiker wie Gauland, der eher zum 19. Jahrhundert als in die Gegenwart passt, das? Die AfD und mit ihr der Vize Gauland haben ein Problem.

In den kommenden Wochen werden sich die Deutschen hinter der Weltmeistermannschaft des Deutschen Fußballbundes versammeln. Als Fans. Sie werden jubeln und bangen - und hoffentlich nie trauern. Aber auf gar keinen Fall werden sie die Zugehörigkeit von Jerome Boateng oder gar Mesut Özil, der sich erst kürzlich vor der Kaaba in Mekka fotografieren ließ, zum deutschen Team in Zweifel ziehen. Denn die Integrationspolitik zunächst der rot-grünen Regierung Gerhard Schröders - damals noch gegen den Widerstand eines rechtsnationalen und deutschtümelnden hessischen CDU-Vorsitzenden Roland Koch - hat die gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland verändert. Die alte Blut-und-Boden-Staatsangehörigkeit der Nationalkonservativen in Deutschland gibt es nicht mehr. Deutsch ist nicht nur, wer deutsche Eltern hat, sondern auch der- oder diejenige, die hier geboren werden, aufwachsen, hier ihre Heimat haben.

Damit ist der beliebteste Sport dieses Sommers - der Fußball - ungeeignet für nationalkonservative Propaganda, wie sie Alexander Gauland betreibt. Das - und nichts anderes - ist der Grund dafür, dass Gauland mit seinen Äußerungen vom Wochenende versucht, die deutsche Nationalmannschaft zu spalten. Zu spalten in jene, die nach Ansicht des stellvertretenden Chefs der AfD, also beliebte Deutsche sind, und jene, die man als Sportler notgedrungen für den Erfolg akzeptieren muss.

1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin warf Joseph Goebbels für die deutsche NSdAP-Regierung bis auf einen Eishockey-Spieler und eine Fechterin als Alibi die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens aus der Mannschaft. Die farbigen US-Bürger wurden nur notgedrungen als Teilnehmer im Stadion respektiert. Heute wäre eine Propaganda wie damals sicher nur wenig erfolgversprechend. Zur Betonung des Nationalen lässt sich der Sport wegen seiner Internationalität kaum noch missbrauchen. Die übernächste Fußball-EM findet in mehreren Ländern gleichzeitig statt. Mit der Champions League gibt es bereits eine Liga der Vereinigten Fußball-Staaten von Europa. Holt Deutschland in diesem Sommer den Titel des Fußball-Europameisters im Nachbarland Frankreich, werden die Deutschen alle Spieler feiern. Gleich feiern. Das alles ist der kühl analysierte Grund für den Versuch von Herrn Gauland, die deutsche Fußballnationalmannschaft in gute und geduldete Spieler zu spalten. Es ist widerlich. Nein, widerlich ist zu persönlich. Es ist schäbig. Schäbig für unser Land.



Quelle: ots/Neue Westfälische


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