Clemens Tönnies
Clemens Tönnies Foto: Susanne Freitag / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)
 2-3 Minuten Lesezeit  407 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Die Ankündigung der NRW-Landesregierung, angesichts eines Corona-Ausbruchs in der Belegschaft des Westfleisch-Schlachthofes in Coesfeld Kontrollen von Arbeiter-Unterkünften und Tests sämtlicher Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe landesweit durchzuführen, stößt bei Deutschlands größtem Fleischkonzern Tönnies auf Kritik. "Ich wundere mich darüber, dass unsere Branche hier unter Generalverdacht gestellt wird. Zumal die Politik uns zu Beginn der Corona-Krise signalisiert hat: Ihr seid systemrelevant und müsst eure Produktion aufrecht erhalten", sagte Konzernlenker Clemens Tönnies am Freitag dem in Bielefeld erscheinenen Westfalen-Blatt.

empty alt
Foto: Jacek Rużyczka / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Dauerwelle

Für das Unternehmen bedeute das Corona-Tests alleine bei 6500 Beschäftigten am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh). Etwa die Hälfte davon sind ausländische Werkvertragsarbeiter. "Wir sind offen dafür, die Tests durchzuführen, wenn wir damit eine Risikominimierung erreichen. Dann ist das in Ordnung", erklärt Tönnies. Dabei gelte aber auch: "Der Kreis Gütersloh ist angesichts insgesamt niedriger Corona-Zahlen überhaupt kein so genannter Hot-Spot."

Tönnies verweist zudem darauf, frühzeitig "ein ganz hohes Maß an Vorsorge getroffen" zu haben. "Jetzt so zu tun, als wenn das Risiko bei den Schlachthöfen liegt, das halte ich für unredlich. Gleichwohl tun wir weiterhin alles, um die Gesundheit unserer Mitarbeiter und den Versorgungsauftrag aufrecht zu erhalten."

Unter den weltweit 16.500 Beschäftigten des Tönnies-Konzerns habe es seit März vier bestätigte Corona-Fälle gegeben: "Zwei davon waren Rückreisende aus Tirol, zwei aus der Produktion an Außenstandorten. Wir haben sie und die Kontaktpersonen sofort isoliert."

Der Konzern teste seine Mitarbeiter derzeit im eigenen Labor auf Antikörper. "Wir suchen quasi nach der berühmten Dunkelziffer, um zu sehen, haben unsere Maßnahmen gegriffen", sagt Tönnies.

Anders als bei den Wettbewerbern Westfleisch im Kreis Coesfeld oder Vion in Schleswig-Holstein gebe es bei Tönnies keine großen Sammelunterkünfte für Arbeiter. "Der Großteil unserer Mitarbeiter wohnt in Drei- oder Vierzimmerwohnungen, verteilt auf Stadt und Umland. Großunterkünfte wie Kasernen oder ehemalige Jugendherbergen gibt es bei uns nicht", erklärt Tönnies.

Eine kurzfristige Einzelunterbringung der Arbeiter hält der Konzernchef für schwierig umzusetzen. "Das ist mit der heißen Nadel gestrickt. Was mache ich zum Beispiel mit Ehepartnern, Pärchen oder Geschwistern. Die kann ich doch jetzt nicht zwangstrennen. Da sind wir im Dialog mit den Behörden."

Derweil spürt der Fleischkonzern auch geschäftliche Auswirkungen der Corona-Krise. "Die Pandemie hat das Ernährungsverhalten erheblich verändert, das hat schon durchgeschlagen", sagt Clemens Tönnies dem Westfalen-Blatt. "Die Gastronomie und der Kantinenbereich sind komplett eingebrochen, dagegen konnten wir über den Lebensmittelhandel etwas kompensieren. Da auch der Export weitergeht, sind wir noch im Plan."

Quelle: ots/Westfalen-Blatt
#mehrGesellschaft
Es geht jedoch nicht nur um alte Schummeleien oder Schludrigkeiten. Vielmehr geht es darum, dass Giffey im September Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden will.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE (via Wikimedia Commons)

Die Glaubwürdigkeit von Franziska Giffey

Ob Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) aufgrund der Plagiate in ihrer Dissertation nun doch der Doktortitel entzogen wird oder nicht, könnte eine zu vernachlässigende Randnotiz sein....
Die Realität dagegen: Brandenburg und Sachsen gehören, was den Anteil der Erstgeimpften gegen Corona angeht, zu den Schlusslichtern in Deutschland.
Foto: WorldInMyEyes

Das dauert noch

Geimpfte können trotz Corona-Beschränkungen wieder mehr Freiheit genießen: Einkaufen oder Essen gehen zum Beispiel oder einen Kurzurlaub antreten. Das ist die Verheißung. Die Realität dagegen:...
Man hätte das viel früher vorbereiten können und müssen", sagte Landsberg
Foto: Alfred Derks

Lockerungen für Geimpfte bundeseinheitlich regeln

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, drängt auf bundeseinheitliche Regelungen im Umgang mit Geimpften. "Die Aufhebung von Einschränkungen für bereits geimpfte...
Die Lage im Nahen Osten ist explosiver, als es zuletzt - auch überdeckt von der die ganze Welt beschäftigenden Corona-Krise - erschienen sein mag.
Foto: Wikimedia Images

Zurück auf der Tagesordnung: Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern

Der Frust der Palästinenser hat sich seit vielen Jahren aufgestaut. Nicht nur, dass ihre vor zwei Dekaden noch berechtigte Hoffnung, eines Tages in einem eigenen Staat leben zu können, teils durch...
Beim Netto-Vergleich liegen die Altersbezüge der freien Berufe aber noch immer 1,8-mal so hoch wie die durchschnittliche gesetzliche Rente.
Foto: pasja1000

Renten aus Versorgungswerken doppelt so hoch wie gesetzliche Renten

Die Altersrente der Versorgungswerke freier Berufe wie Ärzte, Apotheker, Notare oder Rechtsanwälte liegt mehr als doppelt so hoch wie die Altersrente gesetzlich Versicherter. Zahlten die...
Der Sozialverbands-Präsident wirft der Bundesregierung vor, nicht rechtzeitig erkannt zu haben, dass ärmere Menschen stärker von der Pandemie betroffen sind.
Foto: Jordan Whitt

Mitte der Gesellschaft rutscht in Armut ab

Kurz vor der Vorstellung des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung hat der Sozialverband Deutschland vor einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich gewarnt. "In den...
Impfpass mit Eintragungen der beiden Impfungen
Foto: Superikonoskop / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Gefälschte Impfpässe: Polizeigewerkschaft fordert für Polizisten Zugang zu Impfdaten des RKI

In der Debatte um gefälschte Impfpässe und Impfbescheinigungen fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) für Polizisten den Zugang auf die Impf-Datenbank des Robert-Koch-Instituts (RKI). Der...
Back To Top