Der US-Präsident droht das Kräftemessen mit dem Virus zu verlieren.
Der US-Präsident droht das Kräftemessen mit dem Virus zu verlieren. Foto: The White House / Public Domain (via Flickr)
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Für Donald Trump ist der Fall klar. Europa ist schuld. Europa hat es verschlafen. Europa hat zu lange tatenlos Chinesen über den Kontinent reisen lassen und es versäumt, sich früh gegen das Coronavirus zu wappnen. Die Welt ist einfach, selbst in Corona-Zeiten, wenn man Trump ist. Gut und Böse, good deal und bad deal. Also muss dieses Europa, mit dem er kein Freihandelsabkommen schließen möchte und das sich auf Kosten der USA seine Sicherheit innerhalb der Nato bezahlen lässt, jetzt draußen bleiben. 30 Tage Einreisesperre für alle Europäer aus dem Schengen-Raum. Trump macht die Grenzen dicht. Nur die Briten dürfen rein.

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Foto: SPD Fraktion NRW / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Trump befindet sich bereits im US-Vorwahlkampf. Er ist auch in diesem Fall Populist. Einfach, für jeden zu verstehen. Amerika wieder stark machen? Durch Abschottung, durch eine Politik, die multilaterale Abkommen zerstört und möglichst durch bilaterale Verträge ersetzt, durch Einreisesperren und geschlossene Grenzen. Europa sollte diese indiskutablen Politikversuche am besten ignorieren, weil eine Antwort auf unausgegorene Ideen die Sache nicht besser macht. Trump bleibt Trump, unverbesserlich, unbelehrbar, ein Nicht-Politiker, der sich anschickt, für eine zweite Amtszeit US-Präsident zu bleiben.

Die 30-Tage-Einreisesperre für Europäer - mit Ausnahme der Briten - ist reine Schaufensterpolitik, völlig untauglich, das Coronavirus einzudämmen. International renommierte Virologen haben dieser Tage mehrfach darauf verwiesen, dass Grenzschließungen nichts bringen, weil eine größere Verbreitung dann droht, wenn die Grenzen zu einem späteren Zeitpunkt wieder geöffnet werden. Deswegen ist es wichtig, das Gesundheitssystem jetzt bestmöglich aufzustellen und die Ausbreitung zu verlangsamen. Trump hätte jetzt Zeit, darüber nachzudenken. Ob 30 Tage dazu reichen?

Quelle: ots/Rheinische Post
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