Nora Bossong
Nora Bossong Foto: Heike Huslage-Koch / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
 1-2 Minuten Lesezeit  299 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Die Schriftstellerin Nora Bossong ruft alle Bürger auf, sich aktiv am demokratischen Prozess zu beteiligen. "Demokratie entsteht nicht dadurch, dass ich mich zurücklehne und mich beschwere, dass die anderen das falsch machen", sagte sie in einem Video-Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel" aus Anlass des 50. Jubiläums der Wahl Willy Brandts zum Bundeskanzler in diesem Herbst. Nach der Bundestagswahl vom 28. September 1969 bildeten SPD und FDP die erste sozialliberale Koalition auf Bundesebene, Brandt wurde der erste sozialdemokratische Bundeskanzler der Nachkriegszeit.

Die wegen der Corona-Krise in Not geratene Lufthansa verhandelt mit der Bundesregierung über ein Rettungspaket im Umfang von neun Milliarden Euro.
Foto: Dennis Gecaj

Debatte um Staatshilfen: DGB verschärft Forderung nach Gegenleistungen

Für Nora Bossong bedeutet Brandts Motto "mehr Demokratie wagen" heute, "dass wir alle uns mehr und sachverständiger und mit weniger Wut und Aggression auf politische Fragen einlassen". Das heiße nicht, sie zu vereinfachen oder mit Politikerhäme zu reagieren, sagte die Berliner Autorin, deren neuer Roman "Schutzzone" auf der weltpolitischen Bühne spielt. Wichtig sei, dass Randgruppen nicht übersehen, also alle integriert würden. Nora Bossongs Empfehlung an die Politiker: "Mehr Langsamkeit wagen".

Die Schriftstellerin wendet sich ausdrücklich gegen mehr Plebiszite: "Das Herunterbrechen von komplexen Fragestellungen auf ja, nein, weiß nicht, das kann man bei Liebesbriefen in der fünften Klasse machen", politische Fragen könne man so nicht lösen, sagte Bossong dem "Tagesspiegel".

Die beste Besetzung für die SPD-Führung wäre nach Ansicht von Nora Bossong das Grünen-Vorsitzenden-Duo Annalena Baerbock und Robert Habeck - weil sie sich gut ergänzen und eine ungewöhnliche politische Sprache haben. Diese hebe sich vom üblichen politischen Diskurs ab, der oft als "ermüdend" empfunden werde, ohne radikal zu sein. Willy Brandt würde heute ihrer Ansicht nach "mehr für eine SPD-Grüne-Koalition stehen als für die SPD allein", sagte die Schriftstellerin dem "Tagesspiegel".

https://www.tagesspiegel.de/politik/50-jahre-kanzlerwahl-willy-brandt-berliner-schriftstellerin-nora-bossong-ruft-zu-politischer-beteiligung-auf/25063410.html

Das vollständige Video-Interview: http://video.tagesspiegel.de/6089994615001



Quelle: ots/Der Tagesspiegel
#mehrGesellschaft
Die Realität dagegen: Brandenburg und Sachsen gehören, was den Anteil der Erstgeimpften gegen Corona angeht, zu den Schlusslichtern in Deutschland.
Foto: WorldInMyEyes

Das dauert noch

Geimpfte können trotz Corona-Beschränkungen wieder mehr Freiheit genießen: Einkaufen oder Essen gehen zum Beispiel oder einen Kurzurlaub antreten. Das ist die Verheißung. Die Realität dagegen:...
Man hätte das viel früher vorbereiten können und müssen", sagte Landsberg
Foto: Alfred Derks

Lockerungen für Geimpfte bundeseinheitlich regeln

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, drängt auf bundeseinheitliche Regelungen im Umgang mit Geimpften. "Die Aufhebung von Einschränkungen für bereits geimpfte...
Beim Netto-Vergleich liegen die Altersbezüge der freien Berufe aber noch immer 1,8-mal so hoch wie die durchschnittliche gesetzliche Rente.
Foto: pasja1000

Renten aus Versorgungswerken doppelt so hoch wie gesetzliche Renten

Die Altersrente der Versorgungswerke freier Berufe wie Ärzte, Apotheker, Notare oder Rechtsanwälte liegt mehr als doppelt so hoch wie die Altersrente gesetzlich Versicherter. Zahlten die...
Back To Top