Dienstag, 22 Sep 2020
Foto: obs/Kunstmuseum St.Gallen/Marek Kruszewski
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Funky Minimal: Der Titel von Gerwald Rockenschaubs radikaler Präsentation 1999 im Kunstverein Hamburg ist programmatisch zu verstehen und verweist auf die coole Ästhetik der Minimal Art, die indes eine dezidierte Wendung hin zur Popkultur erfährt. Für das Kunstmuseum St.Gallen hat er mit blueberry fields (orphaned selec + 1) eine Ausstellung konzipiert, in der sich Installationen und Einzelarbeiten zu einer präzisen Werkfolge verdichten.

Dietmar Wischmeyer
Foto: Kotofeij K. Bajun / CC BY 3.0 (via Wikimedia Commons)

Attacke auf "heute-show"-Team - Kein Anschlag auf Pressefreiheit

Der 1952 in Linz geborene Gerwald Rockenschaub war zu Beginn ein Vertreter der sogenannten Neo Geo-Bewegung und wurde spätestens mit seiner Beteiligung an der 45. Biennale Venedig 1993 zu einem der herausragenden Exponenten der sogenannten Institutional Critique, indem er mit seiner radikalen Intervention den Österreichischen Pavillon des Jugendstilarchitekten Hans Hoffman dekonstruierte. Seine Installationen und seine Transformationen von Ausstellungsräumen machten ihn zu einem Meister der Inszenierung, der die Bedingungen des Ausstellens bildender Kunst grundlegend reflektiert und dabei mit oft minimalen Eingriffen überraschende Verschiebungen der Wahrnehmung provoziert.

Gerwald Rockenschaubs Interventionen konnte man bereits in zahlreichen Einzelausstellungen in Institutionen weltweit begegnen, wie u.a. 2001 an der Biennale Lyon oder 2007 an der documenta 12 in Kassel. In den letzten Jahren wandte sich der Künstler, der viele Jahre in der Clubszene als erfolgreicher DJ wirkte, digitalen Bildwelten und den Varianten globaler Kommunikation mit ihrem «Krieg der Zeichen» (Brüderlin) zu. Seine am Computer entwickelten Bildformen hat er 2011 in einer Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg zu einem eindrücklichen All-Over digitaler Bildzeichen verdichtet, kurz: Augensex!

Gerwald Rockenschaub - blueberry fields (orphaned selec + 1)
Vom 12. März bis 19. Juni 2016 im Kunstmuseum St.Gallen



Quelle: ots/Kunstmuseum St.Gallen


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