Sonntag, 20 Sep 2020
Foto: Ralf / Flickr (CC)
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Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat am gestrigen Mittwochabend die internationale Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst, art KARLSRUHE, eröffnet. 210 Galerien aus elf Ländern präsentieren dort ihre Kunstwerke: Gemälde, Skulpturen, Grafiken sowie Fotografien und Installationen.

In ihrer Doppelrolle als Notenbank und als Bankenaufsicht läuft sie aber Gefahr, in Zeiten wie diesen bisweilen übers Ziel hinauszuschießen.
Foto: cmophoto.net

Symbolpolitik

Nach ihrem Rundgang betonte Monika Grütters: „Das künstlerische Spektrum der art KARLSRUHE ist beeindruckend. Es ist eine wunderbare Einstimmung auf den Wert dieser Kunstwerke, den sie jenseits ihrer Preise haben. In der Politik droht neuerdings leider eine eindimensionale Sicht auf den Marktwert der Kunst hoffähig zu werden. Der bisherige Konsens, wonach der Staat dem Wert der Kunst, dem Schutz kultureller Werte verpflichtet ist, hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen nicht davon abgehalten, zwei Warhols unter den Auktionshammer zu bringen. Für die Zukunft gilt es, einen Dammbruch für Verkäufe national wertvoller Kunstwerke aus öffentlichem Besitz zu verhindern. Denn wo die Preise, die sich mit Kunst erzielen lassen, politisch höher bewertet werden als ihr Wert, wird sie zum dekorativen Luxus, den wir uns nur in guten Zeiten leisten und den wir in schlechten Zeiten zur Disposition stellen, um Haushaltslöcher zu stopfen. Nicht zuletzt deshalb arbeite ich in enger Zusammenarbeit mit den Ländern daran, den Kulturgutschutz in Deutschland in einem einheitlichen, kohärenten Gesetz neu zu gestalten - in der Überzeugung, dass Kunst von unschätzbarem Wert für eine humane Gesellschaft und eine lebendige Demokratie ist. Einen Gesetzentwurf dazu wird mein Haus bis zum Sommer vorlegen.“

Die Kulturstaatsministerin nahm in ihrer Rede auch zur pauschalierten Margenbesteuerung im Kunsthandel Stellung. Diese Kompensationsregelung hatte die Bundesregierung bereits 2013 beschlossen, nachdem aufgrund neuer EU-Vorgaben der bislang ermäßigte Mehrwertsteuersatz im Kunsthandel teilweise weggefallen war. Die Finanzminister einiger Bundesländer blockierten jedoch eine kulturverträgliche Anwendung der neuen Bestimmungen, kritisierte Grütters: „Der Bundesregierung sind hier die Hände gebunden. Ich kann nur auf die bestehenden Spielräume der getroffenen Neuregelung hinweisen: Anwendungsvorschriften können eine gesetzliche Regelung ja nicht aushebeln, und deshalb empfehle ich allen, sich steuerlich und rechtlich beraten zu lassen.“ Die art KARLSRUHE (vom 5. bis 8. März) findet in diesem Jahr zum zwölften Mal statt und steht unter dem Motto „Wo sich Kunst trifft“. Von der Klassischen Moderne bis hin zur jüngsten Gegenwartskunst versammelt sie Werke aller wichtigen Strömungen. Neben Kunstwerken auf Leinwand und Papier präsentiert sie in vier Messehallen 157 One-Artist-Shows und 19 Skulpturenplätze.

Weitere Informationen unter: www.art-karlsruhe.de



Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung


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