#zeitfokus.

Dienstag, 26 Mai 2020
Foto: Didgeman / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  266 Worte im Text  vor 144 Tagen

Die gestiegenen Immobilienpreise erschrecken, überraschend sind sie nicht: Wenn es Kredite mit weniger als ein Prozent Zins gibt, ist klar, dass immer mehr Menschen ein Haus oder eine Wohnung kaufen wollen. Die Frage ist, ob man Bürgern trotz höherer Preise noch den Erwerb einer Immobilie anraten sollte. Es kommt auf den Einzelfall an. Aber es gibt gute Argumente dafür. Denn Käufer haben nach 20 bis 25 Jahren eine gute Chance, eine schuldenfreie Immobilie zu besitzen, während Mieter weiter den Mietzins zahlen müssen. Für das Leben im Alter macht dies einen großen Unterschied: Senioren, die im Eigentum wohnen, kommen mit bescheidener Rente klar. Mieter eher nicht.

Jaroslaw Kaczynski
Foto: Piotr Drabik / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Brutaler Abnutzungskampf

Damit sich Deutschland sozial nicht weiter spaltet, sollte die Politik den Erwerb von Wohneigentum besser fördern. Das neue Wohnkindergeld bringt aber nur wenig, weil es vorrangig die Preise hochtreibt.

Die Städte sollten mehr Land zum Bebauen freigeben, auch und gerade für Eigentumswohnungen. Das nimmt Druck aus dem Markt. Zusätzlich sollten die Nahverkehrsnetze ausgebaut werden, damit Bürger aus dem Umland besser in die Metropolen kommen.

Die schwarz-gelbe Landesregierung sollte endlich die auf 6,5 Prozent gestiegene Grunderwerbsteuer wieder senken oder hohe Freibeträge einführen. Denn die hohen Kaufnebenkosten schrecken junge Menschen vom Erwerb einer Immobilie ab, weil sie bei einem Verkauf wegen Jobwechsel oder Scheidung dieses Geld sowie andere Nebenkosten wieder los sind. Wir brauchen aber eine andere Denkweise: Es sollte wie in den USA normal sein, als junger Mensch zuerst eine sehr kleine Wohnung zu kaufen, um dann später ganz selbstverständlich etwas Größeres zu erwerben. Immobilien sind eine sinnvolle Investition, ihr Besitz sollte aber nicht immobil machen.



Quelle: ots/Rheinische Post
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