Sonntag, 20 Sep 2020
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Bevor Dörte morgens zur Arbeit in einer Apotheke fährt, schaut sie immer noch bei ihren Eltern vorbei. Sie will ihre Mutter mit dem verwirrten Vater nicht allein lassen. In einer zweiten Familie hat Tochter Anne ihre Mutter bei sich aufgenommen.

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Foto: stux / CC0 (via pixabay)

Grüne Bundesanleihen: Der Erfolg ist garantiert

Zwei Familien bewältigen einen Alltag, der geprägt ist von der Demenz eines Angehörigen. Immer häufiger stoßen sie dabei an ihre Grenzen. Anne sagt: „Ich bin dann richtig wütend.“

In Deutschland gibt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums etwa 1,5 Millionen Menschen mit einer Demenz, von denen zwei Drittel zu Hause leben. Betreut werden sie von Angehörigen und Pflegediensten. Bis zum Jahr 2050 könnte sich die Zahl der an Demenz Erkrankten allerdings auf drei Millionen verdoppeln.

Was ist, wenn den pflegenden Angehörigen die Schwierigkeiten über den Kopf wachsen, wenn Mutter, Vater oder Partner sie nicht mehr erkennen, nachts keine Ruhe finden und ständig durch die Wohnung laufen? „Ich kann mir nicht vorstellen, meinen Mann ins Heim zu geben“, betont Dörtes Mutter. Das Pflegeheim ist für viele eine Horrorvorstellung.

„45 Min“ fragt: wohin mit den verwirrten Alten? NDR Autor Burkhard Plemper hat untersucht, welche Probleme der Alltag im Heim mit sich bringt und welche Alternativen es gibt. In Hessen ist er auf das Projekt SOwieDAheim gestoßen, das Angehörigen preiswert und leicht zugänglich Zeit zum Durchatmen vom Alltag bietet.

Zweimal in der Woche beherbergt eine Frau in ihrer privaten Wohnung Menschen aus der Nachbarschaft, die dement sind. Sie kümmert sich um ihre drei bis sechs Gäste, bekocht sie und singt mit ihnen. So knüpft sie an alten Gewohnheiten und Rituale der vergesslichen und verwirrten alten Menschen an und entlastet gleichzeitig für ein paar Stunden deren Angehörige.

In den Niederlanden gibt es ein weltweit aufsehenerregendes Projekt: Dort leben 150 Menschen mit Demenz wie in einem kleinen Dorf zusammen, gut versorgt mit eigenem Supermarkt, Theater und Konzertsaal, aber abgeschottet von der Außenwelt.

Als Alternative erscheint eine quirlige Wohngemeinschaft in Hamburg-St. Georg. In dieser leben an Demenz Erkrankte, unterstützt von ihren Pflegekräften, zusammen und bewältigen so ihren Alltag mitten im Viertel. Wer kann, geht mit einkaufen und hilft im Haushalt.

Die „45 Min“-Dokumentation will aufzeigen, wie es gelingen kann, pflegende Angehörige zu entlasten, Menschen mit Demenz ein gutes Leben zu ermöglichen und sie nicht vor der Welt zu verstecken.

07.09.2015, 22:00 Uhr, NDR Fernsehen

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