Donnerstag, 26 Nov 2020
Foto: Kamyar Adl / Flickr (CC)
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Nach Jahren der Isolation, Korruption, Misswirtschaft und Rechtsunsicherheit sind in Iran die Menschen voller Hoffnung, dass die Wirtschaft wächst und die Im- und Exportgeschäfte expandieren. 3sat-Reporterin Katrin Sandmann hat für ihre "makro"-Reportage "Iran - Das große Versprechen" das Land besucht, in dem seit der Unterzeichnung des Atomabkommens im Juli dieses Jahres Aufbruchstimmung herrscht.

Trump hat viel stärker als alle seine Vorgänger versucht, das ganze politische System auf sich selbst auszurichten und normale Verfahren zu umgehen oder auszuhebeln.
Foto: Kayle Kaupanger

Brandstifter im Weißen Haus

Die Momentaufnahme macht die Chancen und die großen Erwartungen der Menschen deutlich, zeigt aber auch, dass es noch Hürden gibt. So können die Wirtschafts- und Finanzsanktionen der EU und der USA erst aufgehoben werden, wenn die Atomenergiebehörde in Genf bestätigt, dass Iran sein Atomprogramm tatsächlich zurückfährt, erklärt Katrin Sandmann. Das werde noch für Ende 2015 erwartet, die Sanktionen könnten dann im Frühjahr 2016 aufgehoben werden.

So scheint Iran nach dem erfolgreichen Atom-Deal ein einziges, großes Versprechen zu sein: Es gibt einen enormen Nachholbedarf an Investitionen, knapp 80 Millionen Einwohner, eine junge, gut ausgebildete und weltoffene Bevölkerung, eine - für den Nahen Osten vergleichsweise - breite, kaufkräftige Mittelschicht. Solche Eckdaten sind der Stoff für Wirtschaftserfolgsgeschichten. Katrin Sandmann spricht im Land mit Experten und Menschen auf der Straße über ihre Erwartungen. Die meisten teilen eine optimistische Perspektive. Der Präsident der Teheraner Börse, Mohammed Fetanat, verweist gar auf Studien, wonach Iran eine "Fast-growing-Economy" werde und kündigt an, dass bald auch ausländische Investoren an seine Börse kommen könnten. Überall im Land trifft Katrin Sandmann Iranerinnen und Iraner, die nach Jahrzehnten im Exil voller Ideen in die alte Heimat zurückkehren. Doch es gibt auch Hemmnisse, die nicht über Nacht verschwinden. So wie die andauernd hohe Jugendarbeitslosigkeit, die viele, vor allem gut ausgebildete Menschen veranlasst, ihr Glück lieber in Europa oder den USA zu suchen.

Als einer der ersten hochrangigen Vertreter Europas reist der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz am kommenden Samstag (14.11.) nach Iran, um den Dialog nach dem Atom-Abkommen zu intensivieren.

3sat Dokumentation zur Aufbruchstimmung in Iran. Erstausstrahlung: Freitag, 13. November 2015, 21.00 Uhr.



Quelle: ots / 3sat


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