Rezos Video taugt als Unterrichtseinheit für jede Journalistenschule.
Rezos Video taugt als Unterrichtseinheit für jede Journalistenschule. Foto: Rewinside / CC BY 3.0 (via Wikimedia Commons)
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Es lassen sich viele Gründe finden, Rezos jüngsten massenhaft geklickten Youtube-Beitrag nicht ernstzunehmen. Aber sie sind allesamt falsch. Ja, er hat im Europawahlkampf vor einem Jahr mit seinem Video über die CDU den Grünen genützt. Aber soll er deswegen nichts über Journalismus sagen dürfen? Ja, sein Jargon befremdet viele. Aber ist deswegen schon falsch, was er sagt? Ja, er trägt blaue Haare und ist ziemlich jung - na und?

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Foto: Jay Rembert

Polizeimunition in falschen Händen

Wer sich auf das einstündige Video einlässt, findet vor allem ein flammendes Plädoyer für guten Journalismus, das von der Differenzierung lebt. Rezo kritisiert gerade nicht "die Medien", sondern konkrete Titel und Verhaltensweisen. Was er über die Methoden der "Bild" sagt und ausführlich belegt, dürfte niemanden überraschen. Auch die "Welt" kommt mit einigen Negativbeispielen vor, aber es geht nicht nur gegen den Springer-Verlag. Die Mischung reicht von konservativ bis eher links, von groß bis klein. Dass diese Redaktion von ihm nicht erwähnt wird, soll nicht in Selbstgefälligkeit münden, denn etwas Glück war vermutlich auch dabei. Auch hier werden Fehler gemacht.

Rezos Video taugt als Unterrichtseinheit für jede Journalistenschule, denn er fordert handwerkliche Sorgfalt ein. Man sollte sich stets auf verlässliche Quellen stützen: Stimmt. Man darf Dinge, die man zu ahnen glaubt, nicht mit Fragezeichen versehen, um sie behaupten zu können: Exakt. Man sollte Zitate nicht aus dem Zusammenhang reißen, damit sie zur eigenen Meinung passen: So ist es. Rezo ernstzunehmen, heißt allerdings nicht, ihm vollends Recht zu geben. Es sind eben nicht nur die nachweislichen Fehlleistungen einiger Redaktionen, die Glaubwürdigkeit kosten, sondern Hetzkampagnen machen die Presse verächtlich, um die Demokratie zu unterminieren. Dass Rezo es sich nicht leicht macht, ist sein Verdienst.

Quelle: ots/Rheinische Post
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