Samstag, 26 Sep 2020
Foto: Valdiney Pimenta / Flickr (CC)
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Die Recherchereise der "betrifft"-Autoren Sabine Harder und Edgar Verheyen in die Welt des Rotlichtmilieus startete vor fast zwei Jahren. In einem ersten Film im SWR Fernsehen im vergangenen Jahr berichteten sie über etablierte "Vorzeigebordelle" und sie dokumentierten den knallharten Alltag auf dem Straßenstrich in deutschen Städten, vor allem im Südwesten. Am Mittwoch, 21. Oktober, um 20.15 Uhr zeigt "betrifft: Das Geschäft mit dem Sex" die neuesten Entwicklungen im "Milieu".

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Foto: VOA News: Henry Ridgwell / Public Domain (via Wikimedia Commons)

Flüchtlingsrat warnt vor neuer Krise

In ihrem ersten Film berichteten die Autoren über käuflichen Sex am Beispiel des "Paradise" bei Stuttgart, das lange Zeit als Vorzeigebetrieb galt und mit fairen Arbeitsbedingungen für Prostituierte warb. Doch am 1. Dezember 2014 schlug hier die Polizei zu, das "Paradise" wurde durchsucht, es kam zu Festnahmen. Der Vorwurf: Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Jürgen Rudloff, der prominente Chef des Paradise, befand sich zum Zeitpunkt der Razzia im Ausland. Im SWR-Film äußert er sich nun erstmals nach der Polizeiaktion im deutschen Fernsehen. Im Interview beteuert er, seinen Bordellbetrieb immer transparent geführt zu haben, und weist alle Vorwürfe zurück. Auch um die Zunahme der Straßenprostitution im Stuttgarter Leonhardsviertel ging es im ersten Film. Offensichtlich hatte die Stadt bis dato wenig gegen die Ausbreitung des Sexgewerbes auf dieser "Erlebnismeile" unternommen und den Straßenstrich toleriert. Ein Jahr später und nach kritischer Berichterstattung ist dieser Straßenstrich weitgehend verschwunden. Die Prostitution selbst allerdings nicht. Wie die SWR-Autoren in ihrem Film zeigen, hat sie sich hinter die Fassaden verschiedener Lokale im Leonhardviertel verlagert und ist so unsichtbar geworden.

Viele Städte im Südwesten werden von osteuropäischen Prostituierten nahezu überschwemmt. In Stuttgart kommt jede Woche ein Bus mit rumänischen Frauen an. Viele Frauen flüchten sich in die Armutsprostitution, weil sie keine andere Chance sehen, in ihrer Heimat ihre Familie zu ernähren. Doch jetzt regt sich Widerstand aus der Politik. Die Große Koalition will im Prostitutionsgesetz wichtige Punkte neu regeln. Von einer Kondom-Pflicht ist die Rede, auch von einer Altersbegrenzung für Prostituierte.

Bei ihrer Recherche im Rotlichtmilieu treffen die "betrifft"-Autoren auf ganz unterschiedliche Lebensgeschichten: auf Frauen, die freiwillig als Prostituierte arbeiten, und auf solche, die an diesem Leben zerbrochen sind. Auf Profiteure und Verlierer. Und auf eine Politik, die sich schwer tut, dem boomenden Geschäft mit der Prostitution Grenzen zu setzen.



Quelle: ots / swr


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