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Nachdem mit René Kindermann und Torsten Püschel zwei Sportjournalisten der ARD selbst einen Langlauf-Weltcup organisiert haben und damit parallel zu ihren TV-Engagements unter die Sportveranstalter gegangen sind, reagiert nun auch der Senderverbund.

ThyssenKrupp Quartier in Essen
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Geduldsprobe: Thyssenkrupp

„Da begeben wir uns in eine Grauzone, bei der es wirklich schwierig wird, das Thema ‚Glaubwürdigkeit‘ noch hoch zu halten“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky dem NDR Medienmagazin „Zapp“. Nach einer Sitzung der ARD-Sportchefs zu dem Thema erklärte Balkausky: „Solche Vermischungen wird es in Zukunft nicht mehr geben.“

Kindermann und Püschel sind vor allem für den Sport des MDR im Einsatz. Im Ersten haben sie zudem bis zuletzt auch vom Weltcup der Nordischen Kombination berichtet. Im Januar holten sie nun erstmals den Skilanglauf-Weltcup nach Dresden und leiteten die Organisationsgesellschaft als geschäftsführende Gesellschafter. Das Problem: Hinter beiden Weltcups steht mit der FIS (Fédération Internationale de Ski) letztlich derselbe Ski-Weltverband. Die FIS richtet sowohl den Weltcup der Nordischen Kombination, den Kindermann und Püschel für die ARD mit präsentierten, als auch den Skilanglauf-Weltcup aus, für den beide parallel als Veranstalter aktiv wurden. Die FIS plant mit dem Skilanglauf-Weltcup in Dresden bereits bis 2021.

Als „Zapp“ Mitte Januar über den Fall berichtete, verteidigte Balkausky noch die Doppelrolle seiner Sportjournalisten: Unabhängigkeit sei gewahrt, da in der ARD andere Journalisten über den Skilanglauf-Weltcup berichteten. Auch MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi sah kein Problem, sagte aber: „In dem Fall hoffe ich, dass wir mit der Entscheidung richtig liegen.“ Nach der kritischen Berichterstattung über den „Fall Kindermann“ hätten nun aber auch die Sportchefs der ARD über das Thema Nebentätigkeiten diskutiert. Balkausky: „Dadurch ist noch mal allen ins Bewusstsein gekommen, dass wir noch sensibler mit diesen Themen umgehen müssen, als wir es in der Vergangenheit getan haben.“

Laut Balkausky wollen die Sportchefs das Thema Nebentätigkeiten ihrer Mitarbeiter auch über den „Fall Kindermann“ hinaus diskutieren. Man werde sich „noch mal sehr genau vornehmen, wo wir Einschränkungen vornehmen können im Sinne der Glaubwürdigkeit und wo nicht“. Unter die Sportveranstalter dürften ARD-Mitarbeiter jedenfalls künftig nicht mehr gehen, wenn sie gleichzeitig für die ARD berichten wollten. „Andere Dinge sind möglich“, betonte Balkausky mit Blick etwa auf die Moderation von Veranstaltungen auch von Vereinen und Verbänden. Da viele Moderatoren und Reporter der öffentlich-rechtlichen Sender freie Mitarbeiter seien, müsse man ihnen auch weitere Tätigkeiten – das sogenannte zweite Standbein – ermöglichen. Man werde sich solche Engagements aber jeweils im Einzelfall genau ansehen und auf Konflikte achten.

„Zapp“ berichtet ausführlich über die Diskussion um die Nebentätigkeiten von ARD Sportjournalisten am Mittwoch, 14. Februar, um 23.20 Uhr im NDR Fernsehen.



Quelle: NDR


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