Donnerstag, 26 Nov 2020
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1990-0803-017 / Settnik, Bernd / CC-BY-SA 3.0
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Berlin (ots) - "Mit der CDU will ich nichts zu tun haben", sagte Angela Merkel, als sie sich im Wendeherbst 1989 von der Wissenschaft ab- und der Politik zuwandte. Die Partei, deren Vorsitzende sie seit nunmehr 15 Jahren ist, war für sie tabu. Dass sie seit nunmehr zehn Jahren Bundeskanzlerin einer CDU-geführten Regierung ist, ändert nichts daran, dass sie mit der Partei anfangs fremdelte.

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Der CDU ist sie formal nie beigetreten. Nach kurzer Schnupperphase bei den neu gegründeten DDR-Sozialdemokraten engagierte sie sich zunächst im Demokratischen Aufbruch, der mit anderen Gruppierungen in der Allianz für Deutschland aufging, die ihrerseits von der CDU Helmut Kohls absorbiert wurde. Merkels formlose Mitgliedschaft rutschte automatisch mit. Erst über diese Umwege landete Merkel in der CDU, ohne eine Parteimitgliedschaft beantragt oder unterschrieben zu haben.

Die anfängliche Abneigung gegen die CDU hatte mehrere Gründe, die im Buch "Merkels Welt zur Wendezeit - Weitere deutsch-deutsche Notizen eines Wiener Korrespondenten" analysiert werden.

Lothar de Maizière, letzter Ministerpräsident der DDR, bestätigte bei der Buchvorstellung in Berlin, er habe sich immer gewundert, dass seine damalige stellvertretende Regierungssprecherin eine Konservative sei. Sie sei nur zufällig in die CDU geraten und passe eigentlich gar nicht dahin. Einer der Gründe sei wohl die Abgrenzung zum Vater gewesen, der eine starke Persönlichkeit und sehr links gewesen sei, mutmaßte de Maizière.

Der österreichische Journalist Ewald König ist seit dreißig Jahren Korrespondent in Deutschland. Er war als vermutlich einziger Journalist sowohl in der BRD als auch in der DDR akkreditiert, was als unvereinbar galt. So berichtete er aus Bonn und Ost-Berlin für "Die Presse" in Wien. Merkel hatte er gleich in ihren allerersten Tagen als Regierungssprecherin kennengelernt.



Quelle: Berliner Korrespondentenbüro


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