Reklame fürs Volk – in einem Land, in dem es eigentlich keine Werbung geben durfte.
Reklame fürs Volk – in einem Land, in dem es eigentlich keine Werbung geben durfte. Foto: ZDF/Anja Hartmann
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Auch in einem Staat, der keine Werbung zugunsten des Kapitalismus wollte, wurde kräftig die Werbetrommel gerührt: Die bunte Werbewelt der DDR beleuchtet die Dokumentation "Reklame fürs Volk", die am Freitag, 28. Oktober 2016, 20.15 Uhr, in ZDFinfo zu sehen ist.

Fraktionssitzung Die Linke im Landtag Thüringen
Foto: Martina Nolte / CC-BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Harte Nuss in Thüringen

Die Werbung, das "An-den-Mann-bringen" von Produkten, hatte in der DDR eine andere Aufgabe als in West-Deutschland: Sie war gesteuert vom Zentralorgan der Partei und dafür da, Missstände und Mangel an Produkten gut zu verkaufen. Die Dokumentation "Reklame fürs Volk" zeigt ein Land voller Werbung, in dem es keine Werbung zur Weckung der Konsumlust geben durfte. Wie haben Regisseure und Werbetexter Werbung gemacht, ohne dass sie sich aufmerksamkeitswirksame Spielereien ausdenken durften? Wer kontrollierte die Werbung, wer sagte, was gut und was schlecht war? Warum hat man überhaupt Werbung gemacht, wenn es für ein Produkt keine Konkurrenz gab? Und wie war das Bild der DDR-Frau in der Werbung – im Vergleich zum Frauenbild im Westen?

Der Film von Andreas Schnögl blickt auf den unerwarteten Stellenwert der Werbung in einem Land, in dem es keine Ananas zu kaufen gab, und in dem man ein Jahrzehnt auf ein Auto warten musste. Dafür gab es verstärkt Reklame für Tischdecken, für Broiler oder für die "Unterleibs-Lotion Yvette-Intim" mit dem Slogan: "Wohlbefinden für den ganzen Tag". Die Werbung steuerte das Konsumverhalten der DDR-Bürger und kaschierte den Mangel an Produkten. Sie diente dem Staat aber auch für Erziehungsmaßnahmen: Der Bürger sollte sich geistig und körperlich fit halten, damit die DDR vom gesunden Bürger profitieren konnte: "Die Werbung war zu allen Zeiten und allen Perioden der DDR immer sehr stark mit Politik verbunden", konstatiert Stefan Wolle, Leiter des DDR-Museums in Berlin.

Rund um die Erstausstrahlung dieser Doku sendet ZDFinfo am Freitag, 28. Oktober 2016, von 15.05 Uhr bis weit nach Mitternacht eine Vielzahl von Dokumentationen zum Alltagsleben in der DDR. Los geht es mit den Dokus "Heimlich in der DDR – Die Kaderschmiede für West-Revolutionäre" (15.05 Uhr) und "Immer bereit – Junge Pioniere in der DDR". Der Tag endet mit dem Vierteiler "Wie die DDR wirklich war", der ab 0.55 Uhr zu sehen ist. Die neue Dokumentation "Reklame fürs Volk – Die bunte Werbewelt der DDR" ist unter anderem erneut am Sonntag, 20. November 2016, 13.30 Uhr, in ZDFinfo präsent.



Quelle: ZDF


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