Dienstag, 22 Sep 2020
Marina Litwinenko, die Witwe des ermordeten russischen Ex-Agenten
Marina Litwinenko, die Witwe des ermordeten russischen Ex-Agenten Foto: obs/ZDF/Matthias Kind
 1-2 Minuten Lesezeit  354 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Vor neun Jahren starb in London der ehemalige KGB-Offizier Alexander Litwinenko an einer Vergiftung durch radioaktives Polonium. Indizien deuten auf den russischen Geheimdienst als Auftraggeber. In einem öffentlichen Anhörungsverfahren in London wurden in den vergangenen Monaten viele Details des Polonium-Mordes bekannt. "ZDFzoom" geht am Mittwoch, 11. November 2015, 22.45 Uhr, in der Dokumentation "Spur nach Moskau" der Frage nach, warum Litwinenko sterben musste.

empty alt
Foto: Tibor Janosi Mozes / CC (via Pixabay)

Bundesregierung will Gesetze für Tierversuche reformieren

Russland weigert sich bis heute die beiden mutmaßlichen Mörder Andrei Lugowoi und Dmitri Kowtun nach England auszuliefern. Die zwei Geschäftsleute mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst waren damals schnell identifiziert, und die britische Justiz erließ internationale Haftbefehle. In dem öffentlichen Anhörungsverfahren vor den Courts of Justice in London, für das die Witwe Marina Litwinenko jahrelang gekämpft hatte, wurden in den vergangenen Monaten viele Einzelheiten und Umstände der Tat bekannt.

Alexander Litwinenko war am 23. November 2006 in der Londoner Universitätsklinik gestorben. Drei Wochen zuvor war er mit radioaktivem Polonium vergiftet worden, das seinen Körper von innen zerfraß.

Filmemacher Egmont R. Koch geht in seiner Reportage den Vorwürfen nach, wonach Präsident Putin davon gewusst habe. Er trifft in Moskau, Sankt Petersburg und an der amerikanischen Ostküste Freunde und ehemalige Kollegen von Litwinenko, die davon überzeugt sind, dass es sich bei dem Giftanschlag um einen Staatsmord handelte. Litwinenko und Putin trafen sich ein einziges Mal persönlich - im August 1998. Damals versuchte der Offizier des FSB (vormals KGB) seinen obersten Chef, den gerade ernannten FSB-Direktor Wladimir Putin, von der grassierenden Korruption im Geheimdienst zu überzeugen. Putin wollte davon nichts wissen, befahl stattdessen, Litwinenkos Privattelefon anzuzapfen und ihn zu überwachen. Seit diesem Ereignis herrschte eine erbitterte Feindschaft zwischen den beiden. Im Jahr 2000 floh Litwinenko mit seiner Familie nach London, wo er seine Vorwürfe Richtung Kreml verschärfte. Er behauptete, Putin habe in seiner Vergangenheit mit der Russenmafia kooperiert und am Drogenschmuggel partizipiert. Aber waren diese Beschuldigungen gerechtfertigt? Oder hatte er sie erfunden, um dem Präsidenten zu schaden? "Litwinenko war besessen von der Idee, Putin als Präsident stürzen zu können", erinnert sich sein Freund, der Historiker Juri Felshtinsky. Irgendwann habe der FSB offenbar geglaubt, ihn zum Schweigen bringen zu müssen.



Quelle: ots / ZDF


#mehrMagazin
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) arbeitet mit Hochdruck am Entwurf für eine europäische E-Privacy-Verordnung, in der es auch um die erst vor zwei Jahren eingeführte Cookie-Zustimmungspflicht geht.
Foto: wocintechchat

Verbraucherschützer schlagen wegen EU-Plänen für Rücknahme von Cookie-Zustimmungspflicht Alarm

Deutschlands Verbraucherschützer schlagen wegen Plänen auf EU-Ebene Alarm, durch eine Rücknahme der Cookie-Zustimmungspflicht den Datenschutz im Internet zu lockern. "Manche Vorschläge von...
Zoudé sprach sich für die Streichung des Begriffs "Rasse" aus dem Grundgesetz aus.
Foto: Michael Schilling / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Rassismus-Debatte: Deutsche Filmakademie fordert Quote

Schauspielerin Dennenesch Zoudé (53) hat als Vorstandsmitglied der Deutschen Filmakademie in der Rassismus-Debatte eine Quotenregelung für ihre Branche gefordert: "Wir können und müssen Impulse...
Varta sei offen für Partnerschaften auch mit Autoherstellern, die bislang ihre Batteriezellen ausschließlich von asiatischen Herstellern beziehen.
Foto: Spielvogel / CC0 (via Wikimedia Commons)

Varta will auch Batteriezellen für Elektroautos bauen

Die Varta AG aus dem schwäbischen Ellwangen, Weltmarktführer für Hörgeräte- und Kopfhörerbatterien, will künftig auch Elektroautos ausrüsten. "Für die nächste Generation der E-Mobilität sind...
Back To Top