Donnerstag, 24 Sep 2020
Ilka Brecht
Ilka Brecht Foto: ZDF / Svea Pietschmann
 1-2 Minuten Lesezeit  309 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Gefälschte Suppenwürfel, gepanschter Wein und alte Sardinen, die neu verpackt wurden: Bei der gemeinsamen Operation "Opson VI" von Europol und Interpol gegen Lebensmittelfälschungen und -panscherei wurden Lebensmittel im Wert von rund 230 Millionen Euro beschlagnahmt. Das geht aus Ermittlungsergebnissen hervor, die dem ZDF-Magazin "Frontal 21" exklusiv vorliegen.

Das Primat der Gesundheit war notwendig, um so etwas Unvorstellbares wie den aktuellen Shutdown durchzusetzen.
Foto: Frankie Cordoba

Wie zurück?

Knapp 10 000 Tonnen und 26 Millionen Liter Lebensmittel haben Polizei, Zoll und Lebensmittelbehörden zwischen Dezember 2016 und März 2017 beschlagnahmt. Insgesamt wurde im Rahmen von "Opson VI" in 60 Ländern kontrolliert, davon in 21 EU-Mitgliedsstaaten. Mehr als 50 000 Kontrollen wurden in Gewerbegebieten, in Häfen und auf Märkten durchgeführt. Die Ermittlungen richteten sich gegen 13 600 Verdächtige.

In Deutschland lag der Schwerpunkt von "Opson VI" auf Betrug mit Nüssen: Ermittler suchten nach undeklarierten Erdnüssen, Cashew-Nüssen sowie Mandeln in Haselnussprodukten aus der Türkei, Georgien und Italien. Sie entdeckten beispielsweise eine Ladung mit 1300 Kilogramm angeblich gerösteten Haselnüssen. Doch der Lieferung waren billige Erdnüsse beigemischt. Da diese nicht deklariert waren, stellt eine solche Beimischung ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Allergiker dar.

Champagner, Kaviar, Trüffel, aber auch Kaffee, Tee oder Mineralwasser – fast jedes verzehrbare Produkt könne gefälscht werden, erklärt Bérengère Dréno von Europol im Interview mit "Frontal 21". Über das Internet ließen sich die Produkte dann einfach verkaufen. "So finanziert der Konsument das organisierte Verbrechen." Denn bei einer Vielzahl von gefälschten Produkten seien betrügerische Banden beteiligt. Hier müssten Polizei, Zoll und Lebensmittelsicherheitsbehörden besser zusammenarbeiten, so Bérengère Dréno. "Lebensmittelsicherheitsbehörden haben bei ihrer Arbeit nicht unbedingt das organisierte Verbrechen im Blick und auch der Zoll und die Polizei denkt bei organisierter Kriminalität nicht unbedingt an Lebensmittel."

Die "Opson VI"-Fahnder wurden überall in Europa fündig: Italienische Behörden konfiszierten fast 32 000 Flaschen gefälschtes Mineralwasser. In Dänemark stellten Behörden gleich bei mehreren Olivenöl-Sorten fest, dass billiges Lampantöl beigemischt war. Die Ermittlungsergebnisse von Europol und Interpol werden am Dienstag, 25. April 2017, veröffentlicht.



Quelle: ZDF


#mehrMagazin
Zoudé sprach sich für die Streichung des Begriffs "Rasse" aus dem Grundgesetz aus.
Foto: Michael Schilling / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Rassismus-Debatte: Deutsche Filmakademie fordert Quote

Schauspielerin Dennenesch Zoudé (53) hat als Vorstandsmitglied der Deutschen Filmakademie in der Rassismus-Debatte eine Quotenregelung für ihre Branche gefordert: "Wir können und müssen Impulse...
Varta sei offen für Partnerschaften auch mit Autoherstellern, die bislang ihre Batteriezellen ausschließlich von asiatischen Herstellern beziehen.
Foto: Spielvogel / CC0 (via Wikimedia Commons)

Varta will auch Batteriezellen für Elektroautos bauen

Die Varta AG aus dem schwäbischen Ellwangen, Weltmarktführer für Hörgeräte- und Kopfhörerbatterien, will künftig auch Elektroautos ausrüsten. "Für die nächste Generation der E-Mobilität sind...
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) arbeitet mit Hochdruck am Entwurf für eine europäische E-Privacy-Verordnung, in der es auch um die erst vor zwei Jahren eingeführte Cookie-Zustimmungspflicht geht.
Foto: wocintechchat

Verbraucherschützer schlagen wegen EU-Plänen für Rücknahme von Cookie-Zustimmungspflicht Alarm

Deutschlands Verbraucherschützer schlagen wegen Plänen auf EU-Ebene Alarm, durch eine Rücknahme der Cookie-Zustimmungspflicht den Datenschutz im Internet zu lockern. "Manche Vorschläge von...
Back To Top