#zeitfokus.

Freitag, 10 Apr 2020
Foto: mohamed hassan / CC0 (via pxhere)
 1-2 Minuten Lesezeit  253 Worte im Text  vor 72 Tagen
Digital aufrüsten gegen zu hohe Abhängigkeit. Es ist schon erstaunlich, wenn die USA nun nach mehr als einem Jahr Debatte endlich angebliche Beweise dafür auf den Tisch legen, dass Huawei mit dem chinesischen Geheimdienst zusammenarbeitet. Trotzdem sollte die Debatte ernstgenommen werden: Huawei steht ohne Zweifel dem chinesischen Staat und der kommunistischen Partei nahe. Dies bedeutet zwar nicht, dass das chinesische Unternehmen aktuell in Deutschland und Europa Wirtschaftsspionage betreibt. Doch ein Restrisiko bleibt. Hinzu kommt die Gefahr, dass das autoritäre China den Zugriff auf die hiesigen 5G-Netze irgendwann nutzen könnte, um bei einem Konflikt die demokratischen Länder zu erpressen. Niemand kann ausschließen, dass aus Fernost gelieferte 5G-Netze im Fall des Falles aus Peking ausgeschaltet werden. Das ganze Land würde stillstehen, auch Fabriken, Krankenhäuser, autonom fahrende Autos. Angesichts dieses Risikos scheint das Vorgehen der Briten sinnvoll: Huawei darf zwar Funkstationen für 5G liefern. Doch für den Aufbau des Kernnetzes werden nur andere Lieferanten zugelassen. Auch Vodafone und Telefónica in Deutschland planen in eine solche Richtung. Das wäre ein Kompromiss, um nicht zu abhängig von Huawei zu werden und trotzdem von schnellen, zuverlässigen Lieferungen zu profitieren. Gleichzeitig sollte die EU den Aufbau von Fabriken für Hightech-Komponenten in Europa gezielt fördern. Denn solange Ericsson aus Schweden und die finnische Nokia ihre Netztechnik in China fertigen lassen, kann sowieso niemand ausschließen, dass dort geheime Zugänge eingebaut werden. Digitale Autonomie lautet das Stichwort. Europa darf in der digitalen Welt nicht nur das Anhängsel Chinas und der USA sein. Dafür brauchen wir ein Investitionsprogramm in Höhe vieler Milliarden Euro. Quelle: ots/Rheinische Post

Es ist schon erstaunlich, wenn die USA nun nach mehr als einem Jahr Debatte endlich angebliche Beweise dafür auf den Tisch legen, dass Huawei mit dem chinesischen Geheimdienst zusammenarbeitet. Trotzdem sollte die Debatte ernstgenommen werden: Huawei steht ohne Zweifel dem chinesischen Staat und der kommunistischen Partei nahe. Dies bedeutet zwar nicht, dass das chinesische Unternehmen aktuell in Deutschland und Europa Wirtschaftsspionage betreibt. Doch ein Restrisiko bleibt.

empty alt
Foto: snitchde / CC0 (via Pixabay)

Ferienflieger müssen ihre Lektionen lernen

Hinzu kommt die Gefahr, dass das autoritäre China den Zugriff auf die hiesigen 5G-Netze irgendwann nutzen könnte, um bei einem Konflikt die demokratischen Länder zu erpressen. Niemand kann ausschließen, dass aus Fernost gelieferte 5G-Netze im Fall des Falles aus Peking ausgeschaltet werden. Das ganze Land würde stillstehen, auch Fabriken, Krankenhäuser, autonom fahrende Autos.

Angesichts dieses Risikos scheint das Vorgehen der Briten sinnvoll: Huawei darf zwar Funkstationen für 5G liefern. Doch für den Aufbau des Kernnetzes werden nur andere Lieferanten zugelassen. Auch Vodafone und Telefónica in Deutschland planen in eine solche Richtung. Das wäre ein Kompromiss, um nicht zu abhängig von Huawei zu werden und trotzdem von schnellen, zuverlässigen Lieferungen zu profitieren. Gleichzeitig sollte die EU den Aufbau von Fabriken für Hightech-Komponenten in Europa gezielt fördern. Denn solange Ericsson aus Schweden und die finnische Nokia ihre Netztechnik in China fertigen lassen, kann sowieso niemand ausschließen, dass dort geheime Zugänge eingebaut werden.

Digitale Autonomie lautet das Stichwort. Europa darf in der digitalen Welt nicht nur das Anhängsel Chinas und der USA sein. Dafür brauchen wir ein Investitionsprogramm in Höhe vieler Milliarden Euro.



Quelle: ots/Rheinische Post
#mehrMagazin
Noch können die Produzenten die Nachfrage decken.
Foto: congerdesign / CC0 (via Pixabay)

Deutsche kaufen in Corona-Krise deutlich mehr Fertigessen

In der Corona-Krise kaufen die Menschen in Deutschland offenbar nicht nur vermehrt Toilettenpapier, sondern auch Fertigessen - sogenannte Convenience-Produkte. Stefanie Sabet, Geschäftsführerin beim...
empty alt
Foto: mohamed hassan / CC0 (via pxhere)

Digital aufrüsten gegen zu hohe Abhängigkeit

Es ist schon erstaunlich, wenn die USA nun nach mehr als einem Jahr Debatte endlich angebliche Beweise dafür auf den Tisch legen, dass Huawei mit dem chinesischen Geheimdienst zusammenarbeitet....
empty alt
Foto: Gerd Altmann / CC0 (via Pixabay)

Handelsverband warnt vor Überregulierung bei künstlicher Intelligenz

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor einer gesetzlichen Überregulierung für Systeme künstlicher Intelligenz im digitalen Handel. Datenschutz-Bestimmungen zum Einsatz künstlicher...
empty alt
play

1917

FSK: 12119 min Der Oscar®-prämierte Regisseur Sam Mendes (James Bond 007: Skyfall, James Bond 007: Spectre, American Beauty) bringt mit 1917 ein spannungsgeladenes Drama auf die Leinwand: zwei junge...
Stabile Verhältnisse trotz gewachsener gesellschaftlicher Herausforderungen.
Foto: StockSnap / CC0 (via Pixabay)

Wachsender Wohlstand, stabile Verteilung, Ungleichheit

Wie sind Einkommen und Vermögen in Deutschland verteilt? Diese Frage ist seit jeher Thema in den Kommentarspalten der Zeitungen und an Stammtischen. Auch in der Wissenschaft gibt es unterschiedliche Ansichten. Das...
empty alt
Foto: Kyle Glenn / CC0 (via Unsplash)

Gesichtserkennung: Die Macht des Machbaren regiert

Das Urlaubsalbum auf Facebook, Schnappschüsse vom Kneipenabend auf Instagram, Selfies mit Kollegen auf Twitter - was ist schon dabei, Persönliches in den sozialen Medien zu posten? Wir tun es jeden...
Nur kontrollierte Prüfungen könnten objektive Daten über die Wirksamkeit von CoV-2-Antikörpern als Therapie für Infizierte liefern.
Foto: CDC

Medikamenten-Zulassungsbehörde PEI fordert von Unis schnellere Suche nach Antikörper-Therapie gegen Corona

Deutschlands Medikamentenzulassungsbehörde Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat die Universitäten aufgefordert, schneller nach einer Antikörper-Therapie gegen das Coronavirus zu suchen. "Hier braucht es...
Back To Top