#zeitfokus.

Freitag, 10 Apr 2020
Foto: linsepc / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  260 Worte im Text  vor 54 Tagen
Gigabit ist nicht gleich Glasfaser. Selbstverständlich können sich die Kunden freuen: Für sie ist es gut, wenn Vodafone das sehr teuer erworbene Kabelnetz von Unitymedia nun zu günstigen Preisen für besonders schnelles Internet in den Markt drückt. Und weil die Deutsche Telekom auf die Attacke des Hauptkonkurrenten mit entsprechenden Rabatten und einer weiteren Aufrüstung des DSL-Netzes reagieren wird, ist der Kunde beim schnellen Internet in Deutschland erst einmal König. Trotzdem muss die Vodafone-Attacke auch kritisch gesehen werden: Erstens wird der Aufbau eines echten Glasfasernetzes in Deutschland eher gebremst, wenn nun Gigabit-Anschlüsse für zumindest zeitweise nur knapp 40 Euro zu buchen sind. Je niedriger das Preisniveau für die Kunden ist, umso stärker wird dies Investoren davon abhalten, in die dauerhaft beste Zukunftstechnik Glasfaser zu investieren. Privatkunden in den Städten kann dies einige Jahre lang egal sein, weil sowohl Kabel als auch sehr schnelles DSL genügend Tempo für das Abrufen von Videos oder Online-Spielen bieten, aber für die Wirtschaft wird der zu langsame Ausbau von Glasfaser immer mehr zum Problem. Zweitens drohen die neuen Preisschlachten rund um Kabel und DSL die Branche weiter zu schwächen. Schlimm genug, dass die Lizenzen für die neue Mobilfunktechnik 5G mehr als 6,6 Milliarden Euro gekostet haben. Doch zusätzlich droht noch, dass die Netzbetreiber Vodafone, Telekom und Telefónica ihre hohen Investitionen mit dem Herausforderer United Internet/Drillisch teilen müssen. Die Konsequenzen sind bereits sichtbar: Weil die Telekom aktuell in den liberalen USA mit der Übernahme von Sprint bessere Investitionschancen als im überregulierten Europa sieht, unterlässt sie es, sich in Westeuropa stärker zu engagieren. Quelle: ots/Rheinische Post

Selbstverständlich können sich die Kunden freuen: Für sie ist es gut, wenn Vodafone das sehr teuer erworbene Kabelnetz von Unitymedia nun zu günstigen Preisen für besonders schnelles Internet in den Markt drückt. Und weil die Deutsche Telekom auf die Attacke des Hauptkonkurrenten mit entsprechenden Rabatten und einer weiteren Aufrüstung des DSL-Netzes reagieren wird, ist der Kunde beim schnellen Internet in Deutschland erst einmal König.

empty alt
Foto: Logan Weaver / CC0 (via Unsplash)

Kriminologe Bliesener gegen Waffenschein für Bürgermeister

Trotzdem muss die Vodafone-Attacke auch kritisch gesehen werden: Erstens wird der Aufbau eines echten Glasfasernetzes in Deutschland eher gebremst, wenn nun Gigabit-Anschlüsse für zumindest zeitweise nur knapp 40 Euro zu buchen sind. Je niedriger das Preisniveau für die Kunden ist, umso stärker wird dies Investoren davon abhalten, in die dauerhaft beste Zukunftstechnik Glasfaser zu investieren. Privatkunden in den Städten kann dies einige Jahre lang egal sein, weil sowohl Kabel als auch sehr schnelles DSL genügend Tempo für das Abrufen von Videos oder Online-Spielen bieten, aber für die Wirtschaft wird der zu langsame Ausbau von Glasfaser immer mehr zum Problem.

Zweitens drohen die neuen Preisschlachten rund um Kabel und DSL die Branche weiter zu schwächen. Schlimm genug, dass die Lizenzen für die neue Mobilfunktechnik 5G mehr als 6,6 Milliarden Euro gekostet haben. Doch zusätzlich droht noch, dass die Netzbetreiber Vodafone, Telekom und Telefónica ihre hohen Investitionen mit dem Herausforderer United Internet/Drillisch teilen müssen. Die Konsequenzen sind bereits sichtbar: Weil die Telekom aktuell in den liberalen USA mit der Übernahme von Sprint bessere Investitionschancen als im überregulierten Europa sieht, unterlässt sie es, sich in Westeuropa stärker zu engagieren.



Quelle: ots/Rheinische Post
#mehrMagazin
Julia Koschitz nimmt nur in Ausnahmefällen U-Bahn oder Taxi und hat noch nie ein Auto besessen.
Foto: Stefan Brending / CC BY-SA 3.0 DE (via Wikimedia Commons)

Schauspielerin Julia Koschitz schwört auf das Fahrrad

Ob's stürmt oder schneit - für Schauspielerin Julia Koschitz (45) ist das Fahrrad das Verkehrsmittel der Wahl: "Nur wenn es in Strömen regnet und ich zu einem Empfang gehe, auf dem ich fotografiert...
Stabile Verhältnisse trotz gewachsener gesellschaftlicher Herausforderungen.
Foto: StockSnap / CC0 (via Pixabay)

Wachsender Wohlstand, stabile Verteilung, Ungleichheit

Wie sind Einkommen und Vermögen in Deutschland verteilt? Diese Frage ist seit jeher Thema in den Kommentarspalten der Zeitungen und an Stammtischen. Auch in der Wissenschaft gibt es unterschiedliche Ansichten. Das...
Noch können die Produzenten die Nachfrage decken.
Foto: congerdesign / CC0 (via Pixabay)

Deutsche kaufen in Corona-Krise deutlich mehr Fertigessen

In der Corona-Krise kaufen die Menschen in Deutschland offenbar nicht nur vermehrt Toilettenpapier, sondern auch Fertigessen - sogenannte Convenience-Produkte. Stefanie Sabet, Geschäftsführerin beim...
empty alt
Foto: Kyle Glenn / CC0 (via Unsplash)

Gesichtserkennung: Die Macht des Machbaren regiert

Das Urlaubsalbum auf Facebook, Schnappschüsse vom Kneipenabend auf Instagram, Selfies mit Kollegen auf Twitter - was ist schon dabei, Persönliches in den sozialen Medien zu posten? Wir tun es jeden...
empty alt
play

Ruf der Wildness

FSK: 699 min Basierend auf dem beliebten Literatur-Klassiker THE CALL OF THE WILD (,Der Ruf der Wildnis') von Jack London kommt die Geschichte des großherzigen Hundes Buck erneut auf die große...
ARD und ZDF haben sich in den letzten Jahren jedoch massiv darum bemüht, inhaltlich eine gewisse Marktdominanz zu erringen.
Foto: Simone Daino

Medienlandschaft im größten Umbruch seit Einführung der Privatsender

Filmproduzent und Ufa-Geschäftsführer Nico Hofmann (60) sieht die deutsche Medienlandschaft im größten Umbruch seit Einführung der Privatsender vor gut 25 Jahren. Doch trotz der Konkurrenz durch...
empty alt
play

1917

FSK: 12119 min Der Oscar®-prämierte Regisseur Sam Mendes (James Bond 007: Skyfall, James Bond 007: Spectre, American Beauty) bringt mit 1917 ein spannungsgeladenes Drama auf die Leinwand: zwei junge...
Back To Top