Samstag, 11 Jul 2020
Nur kontrollierte Prüfungen könnten objektive Daten über die Wirksamkeit von CoV-2-Antikörpern als Therapie für Infizierte liefern.
Nur kontrollierte Prüfungen könnten objektive Daten über die Wirksamkeit von CoV-2-Antikörpern als Therapie für Infizierte liefern. Foto: CDC
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Deutschlands Medikamentenzulassungsbehörde Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat die Universitäten aufgefordert, schneller nach einer Antikörper-Therapie gegen das Coronavirus zu suchen. "Hier braucht es mehr Tempo, damit wir ein Antikörper-Therapeutikum bereithaben, sollte die Pandemie noch dramatischere Ausmaße annehmen", sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

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Foto: moerschy / CC0 (via Pixabay)

Der Senator muss eingreifen

Es sei nach wie vor "offen", ob Antikörper aus dem Blutplasma von Genesenen (Rekonvaleszenten) im Fall von Corona wirklich helfen würden, sagte Cichutek. "Wir wünschen uns, dass gerade in den deutschen Gesundheitszentren zügig solche Behandlungen mit Rekonvaleszenten-Plasma im Rahmen klinischer Prüfungen durchgeführt werden."

Nur kontrollierte Prüfungen könnten objektive Daten über die Wirksamkeit von CoV-2-Antikörpern als Therapie für Infizierte liefern, betonte der PEI-Präsident in der NOZ und kritisierte: "Die bisher veröffentlichten Studien belegen das noch nicht. Auch entsprechende Erfolgsmeldungen aus China sind nicht seriös."

Bei der Suche nach einem Impfstoff hofft Cichutek, "dass wir im Laufe dieses Jahres erste Phase-2- und Phase-3-Studien mit einem großen Probandenkreis starten können". Von deren Ergebnissen hänge ab, wie schnell eine Zulassung erfolgen könne. Die Entwicklung und Produktion brauche Zeit. "Und wir werden mehr als ein Impfstoff-Produkt benötigen, um den gewaltigen Bedarf zu decken, falls die Pandemie anhält und Personen geschützt werden müssen", erklärte der PEI-Präsident.

"Jetzt schon ein Datum zu nennen, an dem ein Impfstoff über die Gruppe der Probanden hinaus verfügbar sein könnte, wäre unseriös", sagte er und äußerte sich damit zurückhaltender als Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Diese hatte in einem Presseinterview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gesagt: "Wir müssen davon ausgehen, dass ein Impfstoff, mit dem breitere Teile der Bevölkerung geschützt werden können, erst gegen Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres zur Verfügung steht."

Die Gefahr, dass ein Impfstoff zu teuer für die Gesundheitssysteme werden könnte, sieht PEI-Präsident Cichutek nicht: "Nein, das wird nicht der Fall sein", sagte er der NOZ. Natürlich koste die Entwicklung eines Impfstoffs sehr viel, und auch die Herstellung sei teuer. Aber das PEI stehe in engem Kontakt mit öffentlichen Instituten und mit Industrieunternehmen. "Alle Akteure sind beseelt von dem Gedanken, zu helfen und mit der Pandemie besser fertigzuwerden", betonte Cichutek. "Es stehen wirklich alle zusammen. Ich gehe fest davon aus, dass die Impfstoffe am Ende auch bezahlbar sein werden."

Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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