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Manche Kommunen ergeben sich ihrem Schicksal und führen Dieselfahrverbote ein. Andere entdecken ihre Freude an Experimenten: Kiel testet Absauganlagen für Stickoxide. Und Düsseldorf hat mit Hilfe der Landesregierung sogar eine neuartige Fahrspur erfunden. Jetzt wird die Umweltspur - für Busse, Räder, Taxis, Fahrgemeinschaften und E-Autos - erstmals auf einer Route quer durch die Stadt ausprobiert.

Wie die Stadt diese Lasten schultern will, wird spätestens in der Debatte um den nächsten Haushalt für 2022 diskutiert.
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Die Stunde der Wahrheit kommt

Sie soll Berufspendlern einen Anreiz bieten, auf umweltfreundliche Alternativen umzusteigen, heißt es. In Wahrheit steckt dahinter auch eine einfache Rechnung: Wenn auf besonders belasteten Innenstadtstraßen eine Fahrspur wegfällt, kommen weniger Autos durch - und damit auch weniger Abgase. Diese Schnell-Maßnahme, so die Idee, könnte die Richter beim Oberverwaltungsgericht Münster besänftigen, wenn sie bald über mögliche Dieselfahrverbote entscheiden.

Das ist keine nachhaltige Verkehrspolitik, sondern Aktionismus. Rund 300.000 Menschen kommen an jedem Werktag in die Pendlerhochburg Düsseldorf. Drei von vier reisen mit dem Auto an - und das nicht ohne Grund. Bei den viel beschworenen umweltfreundlichen Alternativen hapert es. Selbst das reiche Düsseldorf tut sich schwer, das zu ändern. Die versprochene Stärkung von Bus und Bahn kommt schleppend voran, die S-Bahnhöfe gehören landesweit zu den schlechtesten. Und beim Bau von Radwegen hakt es ebenfalls - genau wie in vielen anderen Kommunen. Solange das so ist, macht das Aussperren der Autos von einzelnen Routen keinen Sinn. Bund und Land sind gefordert, den Städten beim Ausbau der Infrastruktur zu helfen. Und Düsseldorf muss bei aller Freude an Experimenten das Augenmaß wahren. Wenn künstlich noch mehr Staus erzeugt werden, schadet das der Stadt - und auch der Umwelt.



Quelle: ots/Rheinische Post
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