Brexit wird für Briten teuer

Foto: Stevebidmead / pixabay (CC)

Politik
Typographie
  • kleiner klein Standard groß größer
  • Standard Helvetica Segoe Georgia Times

Das Vereinigte Königreich will wohl bereits im kommenden Jahr über einen Verbleib in der EU abstimmen. Sollte die Mehrheit der Bürger für einen Austritt votieren, hätte das negative Folgen - vor allem für die britische Wirtschaft, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Seit 1973 ist das Vereinigte Königreich Mitglied der Europäischen Union, doch wirklich euphorische Anhänger der Union waren die Briten nie - man denke nur an Margaret Thatchers berühmte Forderung "I want my money back". Nun also sollen die Bürger über den Verbleib in der EU abstimmen. Die EU-Kritiker versprechen sich von einem Austritt mehr Freiheit und weniger Bürokratie und Regulierung aus Brüssel.

Doch die Folgen für die britische Wirtschaft könnten gravierend sein, wie die IW-Analyse zeigt. Sofern die EU keine entsprechenden Zugeständnisse macht, hätte das Vereinigte Königreich nach dem sogenannten Brexit keinen ungehinderten Zutritt mehr zum Binnenmarkt - die EU-Staaten wären wohl kaum geneigt, britischen Firmen uneingeschränkten Zugang zum Binnenmarkt zu gewähren. Vor allem Banken, Beratungsfirmen, Energielieferanten oder Chemieunternehmen müssten dann mit Handelshemmnissen rechnen:

- Ohne die Personen- und Arbeitnehmerfreizügigkeit könnte es zum Beispiel für britische Staatsangehörige schwieriger werden, in anderen EU-Ländern zu arbeiten, und umgekehrt. Derzeit stammen 5,8 Prozent aller Beschäftigten im Vereinigten Königreich aus einem anderen EU-Staat.

- Auch die Kapitalverkehrsfreiheit wäre nicht mehr garantiert, von der vor allem der britische Finanzsektor profitiert. Und der ist mit 8 Prozent eine starke Säule der Wirtschaft des Vereinigten Königreichs.

- Das Ende der Freiheit im Waren- und Dienstleistungsverkehr könnte dazu führen, dass sowohl das Vereinigte Königreich als auch die EU wieder Zölle einführen. Die Gebühren und andere bürokratische Regulierungen würden die Kosten des Handels in die Höhe treiben. Bisher gingen 48 Prozent der britischen Exporte in andere EU-Länder, zugleich kamen 53 Prozent der Importe von den EU-Nachbarn.



Quelle: IW Köln


Politik (Top 10/365)

  • Respekt-Rente Teuer, nicht treffsicher, ungerecht
    Montag, 04. Februar 2019

    Mit seiner „Respekt-Rente“ plant Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, niedrige Rentenansprüche großzügig aufzustocken. Allerdings soll nicht geprüft werden, wer überhaupt bedürftig ist – das dürfte...

  • Mehr Geld für alle
    Freitag, 21. Dezember 2018

    Alles neu macht 2019: Zum Jahreswechsel gleicht die Große Koalition die kalte Progression aus, senkt den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung und hebt den Beitrag zur Pflegeversicherung an....

  • Poggenburg-Rückzug "Erschütterung" für "rechtsradikale Formation um Höcke"
    Freitag, 11. Januar 2019

    Der Parteien- und Extremismus-Forscher Hans-Joachim Funke sieht die AfD durch den Rückzug von André Poggenburg geschwächt. Poggenburg habe mehrere Jahre mit Björn Höcke und Andreas Kalbitz "in der...

  • Keine Regulierung von Amazon, Google & Co. um jeden Preis
    Donnerstag, 29. November 2018

    Digitale Plattformen wie Facebook, Airbnb und Amazon haben eine große Marktmacht und bieten ihren Nutzern kaum Transparenz. Heute berät der Rat der Europäischen Union, ob und in welchem Ausmaß die...

  • "Starke-Familien-Gesetz": Schwache SPD
    Mittwoch, 09. Januar 2019

    In dieser Legislaturperiode ist die SPD besonders bemüht, ihren Gesetzesvorhaben Namen zu geben, mit denen die Menschen etwas Positives verbinden. Nach dem »Familienentlastungsgesetz« und dem...

  • Seehofer verstärkt die Probleme
    Freitag, 07. September 2018

    Das Talent zum pointierten Formulieren ist grundsätzlich ein Segen. Doch wird die Botschaft zu schlicht, entfaltet sie böse Wirkung. Politprofi Horst Seehofer weiß das. Doch "ups" - nun hat er es...

  • Linken-Innenexpertin unterstellt Seehofer Verschleierung im Fall Ben Ammar
    Donnerstag, 28. Februar 2019

    Die Linken-Innenexpertin Martina Renner wirft Innenminister Horst Seehofer im Fall des nach Tunesien abgeschobenen mutmaßlichen Anis Amri Komplizen Bilel Ben Ammar Verschleierung vor. "Es scheint...

  • Stegner hält Verfassungsschutzpräsident Maaßen für nicht mehr tragbar
    Freitag, 07. September 2018

    SPD-Parteivize Ralf Stegner hält Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen nach dessen jüngsten Äußerungen für nicht mehr tragbar. Maaßen hatte die Echtheit eines Videos bezweifelt, das die...

  • Respekt-Rente: 3,2 Millionen Rentner und Rentnerinnen gehen leer aus
    Donnerstag, 14. Februar 2019

    Rund 2,8 Millionen Menschen würden von der SPD-Respekt-Rente profitieren. Allerdings würden 3,2 Millionen Menschen keine Aufstockung erhalten, auch wenn sie zeitlebens unterdurchschnittlich verdient haben –...

  • Organspende: Ein Ringen um die gefühlte Freiheit
    Mittwoch, 05. September 2018

    Gesundheitsminister Jens Spahn möchte gerne jeden zum Organspender machen – wer dagegen ist, muss aktiv widersprechen. Der Vorschlag hat viel Kritik ausgelöst, die Gegner fühlen sich in ihrer...