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Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft erfolgreich bleibt. Mit Blick auf den digitalen Wandel sagt Merkel einen Tag vor der Eröffnung der CeBIT in ihrem neuen Video-Podcast: "Deutschland war immer dann stark, wenn es sich den neuen Herausforderungen auch optimistisch gestellt hat."

"Was wir nicht wirklich brauchen, ist ein Schwelgen in rot-grüner Nostalgie", sagte Althusmann
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Sie sei deshalb auch dafür, Freihandelsabkommen zu verhandeln und keine Barrieren aufzubauen, sondern sich dem internationalen Wettbewerb zu stellen. Merkel wörtlich: "Deutschland hat es immer geschafft, und deshalb glaube ich, dass Deutschland das kann."

Allerdings müsse sich Deutschland anstrengen, erklärt die Bundeskanzlerin. Schon jetzt gehe es um einen Wettlauf: "Sind diejenigen, die im digitalen Bereich führend sind, die Gewinner dieser Veränderung? Oder sind diejenigen, die die klassische industrielle Wertschöpfung sehr gut beherrschen, vorne mit dabei?", so Merkel. "Ich glaube, wir müssen keine Angst haben, aber wir müssen die Dinge offensiv angehen."

Auch der Mittelstand müsse als Gewinner aus dieser Veränderung hervorgehen, erklärt die Bundeskanzlerin. Sie weist auf die Mittelstandsförderprogramme der Bundesregierung hin und betont, an der neuen "Plattform Industrie 4.0" nähmen nicht nur Großunternehmen teil, "sondern ganz bewusst auch der Mittelstand." Die Plattform sei Teil der Digitalen Agenda der Bundesregierung. Merkel ruft die Wirtschaftsverbände "bis hin zum Zentralverband des deutsches Handwerks" dazu auf, mit den Unternehmen über die Herausforderungen zu sprechen. "Denn der Wandel wird sich vielleicht schneller vollziehen, als wir das gedacht haben."

Im Bereich Start-up-Förderung habe Deutschland aufgeholt, sagt Merkel. "Das ist die gute Nachricht. Deutschland ist aber noch nicht da, wo wir hin wollen." Es gebe verschiedene Förderprogramme für Start-ups, und beim Thema "Wagniskapital" seien schon einige Dinge verbessert. Bei Verlustabschreibungen sei man allerdings noch dabei, eine Lösung zu finden, räumt die Bundeskanzlerin ein.

Nach intensiver Beschäftigung mit dem Thema sei sie jedoch fest davon überzeugt, dass es nicht nur um die Frage von finanziellen Anreizen gehe. "Sondern", so Merkel, "es geht auch um eine Kultur." Dazu gehöre beispielsweise, "damit leben zu können, dass von zehn Projekten nur eines zum Schluss erfolgreich sein wird". Diese Kultur sei in den USA, vielleicht auch in Südkorea oder China besser ausgeprägt. "Wir haben aufzuholen, aber wir haben auch schon eine kleine Wegstrecke geschafft", fasst die Bundeskanzlerin zusammen.

Merkel verneint die Frage, ob sie bereits eine Smart Watch besitze. "Aber natürlich zieht die Digitalisierung überall ein." Die Bürgerinnen und Bürger müssten "einfach wissen, was sie an Informationen preisgeben", sagt die Bundeskanzlerin. "Wir können immer wieder einen guten Datenschutz organisieren, aber letztlich ist es auch die Entscheidung jedes Einzelnen: Welchem Risiko setzt er sich aus, oder welche Bequemlichkeit möchte er haben?" Merkel spricht von einer "neuen Mündigkeit des Bürgers". Das sei auch ein Thema für den Verbraucherschutz, dem sich die Bundesregierung ganz intensiv stelle.



Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung


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