Angela Merkel
Angela Merkel Foto: Dirk Vorderstraße / CC BY 2.0 via Flickr
 2-3 Minuten Lesezeit  431 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht große Fortschritte, aber noch viel Handlungsbedarf beim Bürokratieabbau. Mit Hilfe des Nationalen Normenkontrollrats habe der Bund bei den sogenannten Berichtspflichten für Unternehmen bereits "erheblichen Abbau" geschafft, sagt Merkel in ihrem neuen Video-Podcast. Sie weist auf die Bürokratieentlastungsgesetze hin und erklärt, die Bundesregierung sei bei der Gesetzgebungsarbeit sehr viel sensibler geworden – für die Frage: "Was muten wir eigentlich denen zu, für die wir Gesetze machen?" Gleichwohl bleibe "immer noch sehr viel zu tun", erklärt die Bundeskanzlerin.

Das Gesamtvolumen des Bundesprogramms wird bis August mit 25 Milliarden Euro beziffert.
Foto: Michal Jarmoluk

Bundesregierung plant neue Corona-Hilfen für Mittelstand

Die Digitalisierung sei dabei eine Chance, so Merkel, aber da stehe Deutschland erst am Anfang. Einige Dinge, etwa die vorausgefüllte elektronische Steuererklärung, seien auf den Weg gebracht. Aber das Ziel müsse ein Bürgerportal sein, das den Bürgerinnen und Bürgern einen Zugang "über alle Ebenen hinweg" biete – "egal, ob sie etwas beim Bund wollen oder bei den Ländern oder bei ihren Gemeinden". So ließen sich Behördengänge vermeiden.

Die Bundeskanzlerin räumt ein, dass es in der Verwaltung Widerstände gegen den Abbau von Bürokratie gibt. "Die größten Probleme sehe ich immer darin, dass Beharrung natürlich ein großes Momentum ist", sagt Merkel wörtlich. So habe man überlegt, in wie vielen Gesetzen anstelle der persönlichen Unterschrift eine elektronische Signatur zulässig sei. "Da sind wir erst bei etwas über einem Drittel der Gesetze angekommen“, berichtet Merkel – und fügt hinzu: "Ich bin ganz sicher, dass das eines Tages auch noch in mehr Fällen geht."

Beim Bürokratieabbau nähmen Normenkontrollrat und Bundesregierung jetzt verstärkt die "Lebenslagen" der Bürger in den Blick. "Wir gucken uns an: Wie stellt sich das alles aus der Perspektive des Bürgers dar?", erläutert die Bundeskanzlerin. Zu fragen sei beispielsweise, was sich vereinheitlichen lasse, wo sich Behördengänge zusammenfassen oder elektronisch machen ließen. "Diese Lebenslagenperspektive, die finde ich sehr spannend beim Normenkontrollrat, und da will ich den Normenkontrollrat bei seiner Umsetzung unterstützen", sagt Merkel. Der "Nationale Normenkontrollrat für Bürokratieabbau und bessere Rechtsetzung" feiert am Mittwoch (21. 09.) sein zehnjähriges Bestehen. Er übergibt der Bundeskanzlerin an diesem Tag auch seinen Jahresbericht 2016.

Angesprochen auf den bürokratischen Aufwand, der durch das sogenannte Gendern entsteht, sagt Merkel: "Ich glaube, man muss auch schon ein bisschen praktisch denken." Man müsse nicht "in einem Kraftakt" sofort alles ändern, aber wenn man neue Materialien schaffe, könne man das ja langsam einführen. "Ich plädiere also für Augenmaß und nicht für krampfhaftes Vorgehen", so Merkel. "Wir bleiben das Bundeskanzleramt, obwohl ich eine Bundeskanzlerin bin, und trotzdem steht auf meinem Briefbogen auch ‚Die Bundeskanzlerin‘."

Hinweis: Der Video-Podcast ist heute, Samstag, ab 10:00 Uhr unter www.bundeskanzlerin.de abrufbar. Unter dieser Internetadresse ist dann auch der vollständige Text zu finden.



Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung


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