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Bundeskanzlerin Angela Merkel will erreichen, dass die G7-Staaten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen unterstützen. Die WHO habe einen weltweiten Aktionsplan eingefordert.

"Es wäre vielleicht schön, wenn Greta nicht alles so negativ sähe, sondern auch mal etwas Positives sagen würde. Manchmal ist es besser, eine Lösung anzubieten, als immer nur anzuprangern."
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Lob und Tadel für Greta Thunberg

Die G7-Staaten müssten hier Vorreiter sein, sagt Merkel in ihrem neuen Video-Podcast. "Jedes Land muss eine nationale Strategie haben." Deutschland habe diese Strategie und sie jetzt auch überarbeitet, erklärt die Bundeskanzlerin mit Blick auf den Kabinettsbeschluss zur Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie vom 13. Mai.

Die Antibiotika seien eine "riesige Erfolgsgeschichte", so Merkel. Aber es gelte aufzupassen, dass ihre Wirkungslosigkeit nicht um sich greife. Wenn sich plötzlich wieder schwere Infektionskrankheiten ausbreiten würden, "wäre das ein sehr, sehr schlechtes Zeichen", betont die Bundeskanzlerin.

In Deutschland gebe es für das Thema bereits eine hohe Sensibilität, stellt Merkel fest. "Aber wir müssen trotzdem sehen, dass wir diese Sensibilität verstärken und noch weiter überlegen: Ist es wirklich notwendig, ein Antibiotikum zu verschreiben?" Manchmal sei das dringend notwendig, aber man dürfe "nicht bei jeder leichteren Erkrankung" dazu greifen.

Hier sei "sehr, sehr viel Aufklärung" zu betreiben, und "manchmal müssen eben auch diejenigen, die Antibiotika bekommen, noch mehr sensibilisiert werden", sagt die Bundeskanzlerin. So sei das frühzeitige Absetzen von Antibiotika "extrem schädlich". Die Gefahr sei, "dass man später auf ein Antibiotikum nicht mehr so richtig anspricht".

In Deutschland sei seit dem ersten Beschluss zur Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie 2008 schon "sehr viel mehr Transparenz erreicht". Vor allem im Tierbereich sei einiges erreicht, zum Beispiel, dass Antibiotika nur für medizinische Zwecke verwendet werden dürften. Auch sei inzwischen "die Wechselwirkung zwischen Mensch und Tier sehr viel besser erforscht". Merkel spricht von einem "Eine-Gesundheits-Ansatz": "An alles gemeinsam denken, und nicht in Schablonen – hier der Mensch, da das Tier – denken."

Die landwirtschaftliche Nutzung der Antibiotika werde auch beim G7-Treffen eine Rolle spielen, kündigt Merkel an. Es gehe darum, dass auch bei Tieren die sachgemäße Verschreibung dringend notwendig sei. "Es reicht nicht, wenn das beim Menschen sehr gut ausgebildete Ärzte tun, woanders vielleicht nicht – und es ein ganz normaler Vorgang ist, Antibiotika zu geben", sagt die Bundeskanzlerin. "Da brauchen wir gemeinsame Standards." Das werde man beim G7-Treffen sicherlich noch nicht ganz erreichen, aber ein Stück vorankommen.

Merkel wird am kommenden Donnerstag (28.05.) die deutsche Niederlassung von Sanofi Aventis besuchen und nach der Eröffnung einer Biotech-Produktionsanlage an einem Expertengespräch zum Thema Antibiotika-Resistenzen teilnehmen. Dabei geht es um die Kooperation von Industrie und Wissenschaft. Sanofi und die Fraunhofer-Gesellschaft haben 2014 ein Exzellenzzentrum für Naturstoffforschung gegründet. In gemeinsamen Laboren erforschen und entwickeln sie neue Antibiotika.



Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung


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