Foto: Mats Eriksson
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Das Bundeskabinett hat heute (Mittwoch) den fünften Bericht zur Evaluation des Kinderförderungsgesetzes (KiföG) beschlossen. Darin wird erstmals seit Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz die Betreuungssituation in ganz Deutschland seit 2008 bewertet. Hierzu wurden auch Eltern, Jugendämter, Kindertageseinrichtungen und ihre Mitarbeiterinnen sowie Tagespflegepersonen befragt.

Diess habe - wegen der von Mitgliedern des Kontrollgremiums als Untergraben von Autorität aufgefassten Aussagen kurz vor dem Rauswurf gestanden, wird kolportiert.
Foto: Matti Blume / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Lähmende Führungskrise

Der Kita-Ausbau geht mit hohem Tempo voran: Am 1. März 2014 wurden in Deutschland 660.750 Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen oder der öffentlich geförderten Kindertagespflege betreut - das sind fast 300.000 Kinder mehr als im Jahr 2008. Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen stieg damit zwischen 2008 und 2014 von 17,6 Prozent auf 32,3 Prozent. Einen Betreuungsplatz wünschen sich jedoch 41,5 Prozent der Eltern mit Kindern unter drei Jahren. Daher muss der Ausbau auch in den kommenden Jahren weitergehen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig begrüßt die Entwicklung: "Dieser abschließende KiföG-Bericht zeigt eindrucksvoll, welche enorme Dynamik der Rechtsanspruch in der Betreuung von Kindern unter drei Jahren ausgelöst hat. Auf diese Entwicklung können wir stolz sein, der Zuwachs ist auch international beispiellos. Gleichwohl bleiben Versorgungslücken und Eltern berichten über Probleme. Deshalb haben wir mit dem dritten Investitionsprogramm die Bundesmittel für den Betreuungsausbau noch einmal um 550 Mio. auf eine Mrd Euro aufgestockt."

Sowohl die Betreuungsquote als auch der Bedarf nach Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren unterscheiden sich stark zwischen den einzelnen Bundesländern. Die Differenz zwischen Betreuungsbedarf der Eltern und Betreuungsquote der Kinder unter drei Jahren war 2014 in Westdeutschland mit 10,2 Prozentpunkten fast doppelt so hoch wie in Ostdeutschland mit 5,4 Prozentpunkten.

Der rasante Betreuungsausbau ging nicht zu Lasten der Qualität: Sowohl Personalschlüssel als auch Gruppengrößen blieben über die Jahre hinweg konstant. Kindertagespflegepersonen sind zunehmend besser qualifiziert. In den Befragungen äußerten sich Eltern insgesamt weitgehend zufrieden. Viele wünschen sich allerdings einen flexibleren Umgang mit unvorhergesehenen Situationen, weniger Ferienschließzeiten und niedrigere Elternbeiträge. Allerdings sind die Erzieherinnen und Erzieher mit der Anerkennung ihrer Arbeit und der Vergütung überwiegend unzufrieden.

"Eltern wünschen sich die bestmögliche Betreuung und Bildung für ihre Kinder. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, ein breites Angebot von guter Qualität zu gewährleisten. Dazu brauchen wir auch mehr und zufriedenere Fachkräfte. Forderungen nach einer besseren Bezahlung für Erzieherinnen und Erzieher sind richtig und gerechtfertigt. Die Frauen und Männer, die unsere Kinder betreuen, leisten jeden Tag eine engagierte und wertvolle Arbeit," betont Manuela Schwesig.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bmfsfj.de und www.fruehe-chancen.de



Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)


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