Mittwoch, 30 Sep 2020
Lindner forderte, dass die Hilfen für die Wirtschaft "schneller und unbürokratischer ankommen".
Lindner forderte, dass die Hilfen für die Wirtschaft "schneller und unbürokratischer ankommen". Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  221 Worte im Text  vor 195 Tagen

FDP-Chef Christian Lindner hat die Fernsehansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt. "Der Appell in seiner Dramatik war dringlich und angemessen und kam zum richtigen Zeitpunkt. Es haben offenbar noch nicht alle in Deutschland verstanden, wie ernst die Lage ist", sagte Lindner der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

empty alt
Foto: rauter25 / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Wo der Handel stirbt, sterben Stadtzentren und Dorfgemeinschaften

Lindner forderte, dass die Hilfen für die Wirtschaft "schneller und unbürokratischer ankommen". "Der Weg über komplizierte Antragsstellung für Kredite bei der Hausbank, abgesichert über die KfW, könnte für manche zu lang sein", so der FDP-Vorsitzende gegenüber der "NOZ". Sein Vorschlag: "Wir müssen die Finanzämter nutzen, die pauschal und schneller Rückerstattungen oder Steuergutschriften überweisen können. Damit kann man der kleinen Gaststätte, dem Freiberufler oder dem Familienbetrieb sehr viel schneller helfen als mit abgesicherten Krediten."

Lindner warnte zugleich vor gefährlichen Entwicklungen auf den Finanzmärkten: "Jetzt gibt es große Wetten auf das Scheitern von Unternehmen durch sogenannte Leerverkäufe." Mit Leerverkäufen bezeichnet man eine Aktienstrategie, bei der der Händler auf fallende Kurse wettet. Diese Praxis würde derzeit "in unethischer und ökonomisch gefährlicher Weise missbraucht, um Turbulenzen auszulösen", sagte Lindner. "In anderen Ländern wurde das von den Finanzaufsichten untersagt, in Deutschland bisher nicht. Das birgt die Gefahr, dass sich das Geschehen jetzt auf kerngesunde deutsche Unternehmen konzentrieren könnte. Die deutsche Finanzaufsicht muss dringend prüfen, ob ein Verbot von Leerverkäufen angezeigt ist", forderte Lindner.

Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
#mehrNachrichten
Back To Top