Stephan Weil
Stephan Weil Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de via Wikipedia
 2-3 Minuten Lesezeit  424 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die Vorstandsgehälter bei VW als „normal“ bezeichnet. Im NDR Politikmagazin „Panorama“ im Ersten sagt Weil: „Ich kann sehr gut verstehen, dass alle ... da ein wenig die Stirn runzeln, und gleichzeitig muss ich darauf aufmerksam machen, dass es eine relativ kleine Riege von internationalen Großunternehmen gibt, da nimmt sich das dann wieder durchaus, sagen wir mal, ‚normal‘ aus.“

Der Begriff Rasse gehört, um es klar zu formulieren, auf den Müllhaufen der Geschichte.
Foto: Gemma Chua-Tran

Nicht unantastbar

Weil, der im VW-Aufsichtsrat sitzt, reagiert damit auf die Kritik von Verkehrsminister Andreas Scheuer und dem SPD-Politiker Wolfgang Thierse. Beide hatten sich mit Blick auf die Nicht-Entschädigung von Diesel-Fahrern empört über die Millionengehälter bei VW gezeigt. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich „erstaunt“ darüber. Das Gehalt des VW-Vorstandsvorsitzenden Müller lag 2017 bei 9,6 Millionen Euro, inklusive Versorgungsleistungen wie etwa Dienstwagen und Telefone bei 10,27 Millionen Euro.

Im VW-Aufsichtsrat sitzt seit Dezember 2017 auch der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Zwar äußert er im Interview mit „Panorama“ verhaltene Kritik: „Meine Meinung dazu ist bekannt. Ich sehe das ebenfalls kritisch.“ Ob er sich allerdings im Aufsichtsrat aktiv für eine geringere Vergütung eingesetzt hat, will Althusmann nicht sagen: „Sie wissen, dass der Aufsichtsrat auch der Geheimhaltung unterliegt. Insofern bitte ich um Verständnis, dass ich zu den genauen internen Verfahren im Aufsichtsrat nichts sagen kann.“ Die Vorstandsvergütung an sich sei unzweifelhaft hier und da noch strittig. „Insofern bin ich dabei, mir hier ein endgültiges Urteil noch zu bilden.“

Strittig war das Gehalt Müllers bisher vor allem, weil es über der 2017 vom VW-Aufsichtsrat beschlossenen Obergrenze von 10 Millionen Euro liegt. Wenig bekannt hingegen ist, wie stark außerdem die Zusagen für Ruhestandszahlungen an Matthias Müller gestiegen sind. So wurden die ohnehin bereits sehr hohen Altersbezüge für Vorstandschef Matthias Müller 2017 mitten in der Dieselkrise noch einmal angehoben. Nach dem alten System hätte Müller Ende 2019 einen Pensionsanspruch von 62 Prozent seines Grundgehaltes besessen. Nach der neuen Regelung kommt er – aufgrund einer erhöhten jährlichen Dynamisierung – auf 67 Prozent. Scheidet er dann aus dem Amt, erhält er eine Jahresrente von 1.061 Millionen Euro. Das ist ein Plus von ca. 80.000 Euro gegenüber dem alten System. VW bestätigte auf Anfrage die Berechnung von Panorama.

Der Vergütungsberater Heinz Evers kritisiert im Gespräch mit „Panorama“: „Das ist kaum nachzuvollziehen und im DAX-Bereich inzwischen absolut unüblich.“ Insgesamt hat VW Ende 2017 mehr als 30 Millionen Euro an Rücklagen für Vorstandschef Müller gebildet. „Das ist schon ein starkes Stück. Bei normalen Arbeitnehmern fährt man die Betriebspensionen eher zurück, und bei den Chefs erhöht man sie“, sagt Evers.



Quelle: NDR


#mehrNachrichten
Es brauche nun "klare Kriterien dafür, wann für wen die Freiheit zurückkehren kann", betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Mützenich attackiert Baerbock, will Freiheit für Geimpfte und das Zwei-Prozent-Ziel der Nato muss weg

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat eine rasche Aufhebung der Corona-Beschränkungen für Geimpfte gefordert. "Das muss zügig kommen, denn wir sollten uns die Entscheidung darüber nicht von den...
Bislang verfestigen die jüngsten Konjunkturindikatoren das Bild einer zweigeteilten deutschen Wirtschaft.
Foto: Cameron Venti

Achterbahn Konjunktur

Bergauf, bergab, dann geht es in die eine Richtung, gefolgt von der Kurve in die entgegengesetzte. Einer solchen Achterbahnfahrt gleicht die Konjunkturbetrachtung, seit sich das Coronavirus von...
Deutschland hat sich bei den Militärausgaben auf den siebten Platz in der Welt hochgekämpft - und ist stolz darauf.
Foto: Stephen Leonardi

Ernstfall: Wettrüsten der Großmächte

Von wegen Krise: Der Rüstungswettlauf hat trotz Pandemie Konjunktur, die weltweiten Ausgaben haben bereits wieder eine Höhe wie im ersten Kalten Krieg erreicht. Parallel dazu herrscht zwischen den...
Einer möglichen Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP steht Lindner skeptisch gegenüber.
Foto: INSM / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)

Lindner setzt auf "Modernisierungskoalition" mit seiner FDP

FDP-Chef Christian Lindner sieht nach der Kür der Kanzlerkandidaten von Grünen und Union gute Chancen für seine Partei, in einer nächsten Bundesregierung mitzuregieren. "Armin Laschet haben wir als...
Laut einem ARD-Bericht wird Amazon-Mitarbeitern verwehrt, sich mit einer FFP2-Maske zu schützen.
Foto: Medien-gbr / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Grenzenlose Profitgier

Der DGB drängt darauf, die Gesundheit von Arbeitnehmern besser zu schützen, und nimmt dabei den Versandhändler Amazon ins Visier. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der "Neuen Osnabrücker...
Back To Top