Julia Klöckner
Julia Klöckner Foto: G20 Argentina / CC BY 2.0 (via Flickr)
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Die SPD hat von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) Nachbesserungen am staatlichen Tierwohllabel gefordert. Susanne Mittag, Tierschutzbeauftragte der SPD-Fraktion, erklärte auf Anfrage der "Neuen Osnabrücker Zeitung", das Label biete zwar Verbesserungen für die Tiere und sei auch breiter aufgestellt als Initiativen der Wirtschaft. "Der richtig große Wurf ist der Vorschlag von Frau Klöckner aber noch nicht, denn einige vermeintliche Verbesserungen sind bereits gesetzlicher Standard oder nur marginal darüber." Hier müsse die Ministerin noch deutlich nachlegen, so Mittag.

Berliner Innensenator Andreas Geisel lieferte Querdenkern den Stoff für ihre Empörung auf dem Silbertablett.
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Solche Demos müssen wir aushalten

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) forderte die Bundesregierung unterdessen auf, auch die Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen beim staatlichen Tierwohllabel zu berücksichtigen. Gewerkschafts-Vize Freddy Adjan erklärte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Zum Tierwohl gehört zweifelsfrei auch die fachmännische und einwandfreie Tötung des Tieres." Das sei in vielen deutschen Schlachthöfen nicht gewährleistet, so Adjan. "Statt gut ausgebildeter und ordentlich entlohnter Fachleute arbeiten in deutschen Schlachthöfen heute mies bezahlte, oft nicht ausreichend qualifizierte, Werkvertragsarbeiter aus dem Ausland unter höchstem Druck und teils katastrophalen Arbeitsbedingungen."

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, sagte der "NOZ" zu den Label-Kriterien der Bundesregierung: "Das ist unausgegoren und enttäuschend für eine dreijährige Diskussion." Er kritisierte, dass die Anforderungen der Eingangsstufe nur knapp über dem gesetzlichen Standard lägen. "Die Frage der ökonomischen Machbarkeit stand offenbar im Vordergrund und nicht das Tierwohl", so Schröder.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) wies indes Kritik zurück. Geschäftsführer Thorsten Staack erklärte in der "NOZ": "Ohne Frage, die nun vorgestellten Kriterien sind - auch wenn Tier- und Umweltschützer mit ihrem Gerassel ein anderes Bild vermitteln wollen - schon in der Einstiegsstufe ambitioniert." Staack wies aber darauf hin, dass gerade die Kriterien der höheren Labelstufen für Landwirte nicht umsetzbar seien. "Wer heute seinen Stall nach diesen Kriterien umbauen will, der wird das in der Praxis aufgrund bestehender Widersprüche verschiedener Rechtsvorschriften schlicht nicht dürfen." Die Bundesregierung müsse hier für Klarheit sorgen. Zudem sei unklar, ob Bauern den Mehraufwand vergütet bekämen.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung


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