Freitag, 14 Aug 2020
Foto: Nattanan Kanchanaprat / CC0 via Pixabay
 2-3 Minuten Lesezeit  401 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Alles neu macht 2019: Zum Jahreswechsel gleicht die Große Koalition die kalte Progression aus, senkt den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung und hebt den Beitrag zur Pflegeversicherung an. Krankenversicherungsbeiträge sind ab dem 1. Januar 2019 paritätisch finanziert und Eltern können sich über mehr Kindergeld freuen. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Klöckner betonte: "Bisher war das Vorgehen der Länder hier unterschiedlich - das hat zu verständlichem Unmut bei den Landwirten geführt."
Foto: Lothar Spurzem / CC BY-SA 2.0 DE (via Wikimedia Commons)

Streit um Düngeregeln: Klöckner will Ausweisung roter Gebiete bundesweit vereinheitlichen

Nach einem Jahr Stillstand hat die Große Koalition im Sommer einige Neuerungen auf den Weg gebracht, die zum Jahreswechsel in Kraft treten. Das gilt vor allem für die Sozialversicherungen: Die Krankenversicherungsbeiträge sind künftig paritätisch finanziert, Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Beiträge also hälftig. Für Arbeitnehmer ergibt sich dadurch je nach Zusatzbeitrag eine Entlastung von durchschnittlich 0,5 Prozent des Bruttolohns. Sie wird jedoch faktisch ausgeglichen, denn der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt um 0,5 Prozentpunkte. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt ebenfalls um 0,5 Prozentpunkte, so dass sich Arbeitnehmer insgesamt über eine Entlastung freuen können.

Wie jedes Jahr steigen die Beitragsbemessungsgrenzen. Konkret bedeutet das: Die Grenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung erhöhen sich um 113 Euro monatlich auf 4.537,50 Euro, für die dann Beiträge gezahlt werden müssen. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung gibt es in Westdeutschland einen Anstieg um 200 Euro auf 6.700 Euro. In Ostdeutschland steigt die Grenze um 350 Euro auf 6.150 Euro. Gutverdiener müssen sich also auf steigende Sozialversicherungsbeiträge einstellen.

Bei der Einkommensteuer hält sich die Regierung an die selbst gesteckten Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag und gleicht die kalte Progression aus. Entsprechend verschieben sich sie die Berechnungsgrenzen um 1,84 Prozent: Das entspricht der Inflationsrate, mit der die Regierung für 2018 rechnet. Den Grundfreibetrag erhöht sie annähernd um die gleiche Rate – 2019 sind somit die ersten 9.168 Euro des Einkommens steuerfrei. Diese Änderungen sind Teil des Familienentlastungsgesetzes, das Bundestag und Bundesrat beschlossen haben. Das Gesetz sieht außerdem vor, dass sich Kindergeld und Kinderfreibetrag erhöhen: Das Kindergeld steigt ab dem 1. Juli 2019 um zehn Euro monatlich, das entspricht im kommenden Jahr einem Plus von 60 Euro je Kind.

Insgesamt profitieren also alle Steuerzahler von den Neuerungen. Je nach Einkommen hat eine Familie mit einem Alleinverdiener und zwei Kindern im kommenden Jahr 500 Euro mehr zur Verfügung. Bei Alleinerziehenden ist die Entlastung etwas geringer, da das Kindergeld für die Berechnungen in den meisten Fällen auf beide Elternteile aufgeteilt wird. Aber auch Singles und Ehepaare ohne Kinder gehen nicht leer aus: Sie haben künftig 20 bis 35 Euro mehr pro Monat im Portemonnaie.



Quelle: IW Köln


#mehrNachrichten
"Es ist traurig, dass die SPD nicht bereit ist, aus ihren Niederlagen zu lernen und endlich einmal wieder ein glaubwürdiges soziales Profil zu wagen", sagte Wagenknecht.
Foto: dielinke_nrw / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Wagenknecht kritisiert Scholz-Kandidatur

Nach Einschätzung der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht haben sich die Chancen für einen rot-rot-grünen Machtwechsel im Bund mit der SPD-Kanzlerkandidatur von Olaf Scholz eher verschlechtert.
Gregor Gysi
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1990-1124-012 / Grubitzsch (geb. Raphael), Waltraud / CC BY-SA 3.0 DE

Ich hätte 1989 Nein sagen sollen, Politiker zu werden

Gregor Gysi führt seine Herzinfarkte auf den Stress und die Anfeindungen gegen ihn als Linken-Politiker zurück. "Hätte ich gewusst, was alles auf mich zukommt, hätte ich im Dezember 1989 Nein sagen...
Es kann also durchaus sein, dass sich Wladimir Putin mit dem Druck auf seine Forschungseinrichtungen und der vermeintlichen Spitzenleistung überhaupt keinen Gefallen getan hat.
Foto: Дмитрий Осипенко

Mit Impfung an die Weltspitze?

Und es gewinnt: Russland! In der aktuellen Covid-19-Pandemie hat sich ein Außenseiter nach vorn geschoben. Unter den mehr als 170 Projekten weltweit, in denen nach einem Impfstoff gegen das...
Klöckner betonte: "Bisher war das Vorgehen der Länder hier unterschiedlich - das hat zu verständlichem Unmut bei den Landwirten geführt."
Foto: Lothar Spurzem / CC BY-SA 2.0 DE (via Wikimedia Commons)

Streit um Düngeregeln: Klöckner will Ausweisung roter Gebiete bundesweit vereinheitlichen

Das Bundeslandwirtschaftsministerium will die Ausweisung roter Gebiete, in denen Bauern zum Grundwasserschutz weniger düngen dürfen, bundesweit vereinheitlichen. Das berichtet die "Neue Osnabrücker...
Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamten fordert externe Ombudsstellen
Foto: Gundula Vogel

Rechtsextremismus in der Polizei

Genau zwei Jahre nach der ersten Drohmail mit dem Absender "NSU 2.0" an die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz haben die Ermittler noch keinen Durchbruch erzielt. Am Nachdruck bei der...
Asperg, Deportation von Sinti und Roma
Foto: Bundesarchiv R 165 Bild-244-47 / CC BY-SA 3.0 DE

Zentralrat Deutscher Sinti und Roma warnt vor neuem Nationalismus

Vor dem Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma an diesem Sonntag (2. August) hat der Zentralratsvorsitzende in Deutschland, Romani Rose, vor einem neuen Nationalismus in Europa gewarnt. In einem...
Tui hat durch Covid-19 in allen Geschäftsfeldern vernichtende Schläge erhalten.
Foto: Bernhard Post

Kontrastprogramm

Die Gegensätze können augenscheinlich kaum größer sein: Während der Touristikriese Tui offenbar völlig unsicher ist, wohin die Reise noch geht, nimmt das kalifornische Start-up Airbnb in bewegten...
Back To Top