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Es gibt diese alte deutsche Redewendung: "Mal unter uns Pastorentöchtern..." Bedeutet: Was dann gesprochen wird, soll unverblümt sein, vertraulich und verlässlich. Es kann nur gut sein, wenn die beiden Pastorentöchter Angela Merkel und Theresa May nach diesem Maßstab miteinander reden.

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Herausragend wichtig: Berlin ist - im übertragenen wie im wörtlichen Sinn - die erste Adresse, zu der die neue britische Premierministerin reist. Cameron kam 2010 zuerst nach Paris, dann nach Berlin, Tony Blair flog zunächst nach Brüssel.

So ändern sich die Zeiten. Und May, offenbar Pragmatikerin durch und durch, erkennt die Zeichen der Zeit. Ob es eine besondere positive Rolle spielt, dass es da zwei Frauen sind, die über den Brexit, die Türkei, den Terror und die Flüchtlingsfrage reden? In Nuancen vielleicht schon, wobei man den Genderaspekt nicht überstrapazieren und nicht zu viel in ihn hineingeheimnissen sollte. Diese Maxime wird auch gelten, falls sich ab kommendem Jahr Hillary Clinton in die Phalanx der stärksten politischen Frauenpower einreiht - was extrem wünschenswert wäre, nicht, weil Clinton eine Frau ist, sondern weil sie ihr Metier beherrscht und weil die gruselige Alternative Donald Trump hieße.

London und Berlin sind und bleiben, Brexit hin oder her, herausragend wichtige Staaten in Europa, sie sind und bleiben, Boris Johnson hin oder her, Verbündete, Partner, in vielerlei Hinsicht auch Freunde. Der Brexit wird großen Schaden anrichten, in Großbritannien und in der EU. Auf Jahre hinaus gibt es da nur Verlierer, keine Gewinner. Wenn Theresa May in dieser Krise besteht, wofür derzeit manches spricht, geht sie in die Geschichtsbücher ein. Wenn nicht, wird sie selbst ziemlich schnell Geschichte sein.



Quelle: ots/Allgemeine Zeitung Mainz


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