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Trittin sieht neue Schnittmengen mit CDU und CSU

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin sieht durch die Corona-Politik neue Schnittmengen mit CDU/CSU für ein mögliches schwarz-grünes Bündnis nach der nächsten Bundestagswahl. Zugleich lehnt er das von SPD-Politikern geforderte Bekenntnis zu einer rot-rot-grünen Koalition ab. "Die CDU hat angesichts der Pandemie eine ideologische Grundposition über Bord geworfen, an der sie noch 2013 die Sondierungen mit den Grünen scheitern ließ", sagte der zum linken Parteiflügel der Grünen gehörende frühere Bundesumweltminister dem "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe). "Damals hat die CDU darauf bestanden, in der europäischen Krise weiter auf Austerität und Sparpolitik zu setzen. Corona hat erzwungen, das Dogma der Schwarzen Null abzuräumen", lobte Trittin. "Das macht Verhandlungen nach der Bundestagswahl etwas leichter."

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Politik.
"Die CDU hat angesichts der Pandemie eine ideologische Grundposition über Bord geworfen, an der sie noch 2013 die Sondierungen mit den Grünen scheitern ließ"
"Die CDU hat angesichts der Pandemie eine ideologische Grundposition über Bord geworfen, an der sie noch 2013 die Sondierungen mit den Grünen scheitern ließ"
Foto: Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin sieht durch die Corona-Politik neue Schnittmengen mit CDU/CSU für ein mögliches schwarz-grünes Bündnis nach der nächsten Bundestagswahl. Zugleich lehnt er das von SPD-Politikern geforderte Bekenntnis zu einer rot-rot-grünen Koalition ab. "Die CDU hat angesichts der Pandemie eine ideologische Grundposition über Bord geworfen, an der sie noch 2013 die Sondierungen mit den Grünen scheitern ließ", sagte der zum linken Parteiflügel der Grünen gehörende frühere Bundesumweltminister dem "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe). "Damals hat die CDU darauf bestanden, in der europäischen Krise weiter auf Austerität und Sparpolitik zu setzen. Corona hat erzwungen, das Dogma der Schwarzen Null abzuräumen", lobte Trittin. "Das macht Verhandlungen nach der Bundestagswahl etwas leichter."

Zugleich betonte er, dass es mit der SPD größere Schnittmengen gebe und die Option eines Linksbündnis ebenfalls bestehe. "Wenn es solche Mehrheiten gäbe, wäre das Abo der Union aufs Kanzleramt beendet." Trittin zeigte sich aber verwundert über Forderungen aus der SPD nach der Nominierung von Olaf Scholz zu ihrem Kanzlerkandidaten, dass die Grünen einer schwarz-grünen Koalition eine Absage erteilen sollten: "Ich finde es lustig, wenn Sozialdemokraten uns warnen, mit dem ,Klassenfeind zu kollaborieren'. Die SPD regiert in der dritten großen Koalition mit der Union - mehr als ein Jahrzehnt." Und in Brandenburg habe die SPD lieber die CDU ins Boot geholt und die Linke aus der Regierung gejagt. "Da sollten sie jetzt mal die Füße still halten. Demokraten müssen untereinander koalitionsfähig sein." Irritiert zeigt sich Trittin auch über SPD-Chefin Saskia Esken, die gesagt hatte, dass man, falls die Grünen vor der SPD landen, sich auch ein Linksbündnis mit grünem Kanzler vorstellen könne. "Ein gesundes sozialdemokratisches Selbstbewusstsein hätte es Frau Esken eigentlich verboten, über diese Frage zu spekulieren", so Trittin.

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Quelle: ots/Der Tagesspiegel

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