Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht Foto: DIE LINKE Nordrhein-Westfalen / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)
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Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, hat mit ihren Kritikern abgerechnet und sich gegen "Lügen" und "Diffamierungen" in der Migrationsdebatte verwahrt. Wagenknecht sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Wer jeden, der eine differenzierte Sicht auf Migration einfordert, in die Nazi-Ecke stellt, begreift nicht, dass er genau damit die rechten Parteien stärkt." Viele Menschen fühlten sich durch solche Debatten verächtlich gemacht. "Und wenn man ihnen immer wieder einredet, dass sie mit ihrer Meinung 'rassistisch' seien, dann identifizieren sie sich irgendwann damit und wählen aus Wut tatsächlich AfD."

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Die Politikerin, die ihren Rückzug vom Fraktionsvorsitz angekündigt hat, aber politisch aktiv bleiben will, nannte es außerdem "eine große Lüge", dass man Armut in der Dritten Welt bekämpft, indem man Migration fördert. "Das Gegenteil ist der Fall. Denn es verlassen nicht die Ärmsten ihre Länder, sondern eher die Mittelschicht und die etwas besser Ausgebildeten." Das verstärke die Armut vor Ort, während es den Unternehmen hierzulande billige Arbeitskräfte verschaffe und so die Löhne unter Druck setze.

Die Politikerin mahnte zudem: "Linkssein heißt, soziale Missstände zu bekämpfen, und nicht etwa, einen bestimmten Lifestyle zu pflegen, der womöglich sogar noch ziemlich elitär ist. Den Bioladen können sich nur Gutverdiener leisten und wer eine Wohnung in teurer Innenstadtlage bezahlen kann, hat es in der Regel auch leichter, den Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad zu bewältigen."

Eine linke Mehrheit im Bundestag sieht Wagenknecht aktuell nicht, wohl aber einen "sozialen Zeitgeist". Sie betonte: "Es gibt eine breite Mehrheit für mehr sozialen Ausgleich, bessere Löhne, höhere Renten. Allerdings haben die Sozialdemokraten viele Jahre realpolitisch das Gegenteil umgesetzt. Und die Linke hat sich von den ärmeren Schichten teilweise entfremdet, weil sie oft nicht deren Sprache spricht und von ihnen als belehrend und von oben herab empfunden wird. Beide Parteien müssen sich ändern, damit wir eine linke Mehrheit im Bundestag zurückgewinnen können."



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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