Friedrich Merz
Friedrich Merz Foto: U.S. Consulate General Munich / Public Domain (via Wikimedia Commons)
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Nur Stunden nach der CDU-Wahlschlappe in Thüringen hielt es der Sauerländer Friedrich Merz nicht mehr aus. "So darf es nicht weitergehen", ließ er wie Donald Trump per Twitter wissen. Die Arbeit der Bundesregierung sei "grottenschlecht". Ziel seiner Attacke war nicht allein CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer, sondern besonders auch die Kanzlerin.

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Foto: Jacek Rużyczka / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Dauerwelle

Man erinnere sich: Als AKK im Dezember 2018 den Parteivorsitz von Angela Merkel übernahm, da versprach der knapp unterlegene Friedrich Merz noch Solidarität mit der neuen Chefin, und auch Merkel lobte er in höchsten Tönen. Schon damals zweifelten nicht wenige an den warmen Worten des mit allen Wassern gewaschenen Konservativen aus Brilon. Gleich nach der Europawahl im Mai griff er Merkels Klimapolitik an. Tatsächlich ist der Unmut in der Partei groß. Merz weiß nicht nur CDU-Mittelständler und Junge Union hinter sich, die Werte-Union sowieso. Sie alle eint die grundsätzliche Kritik am offenen Kurs von CDU und Kanzlerin.

Aktuell geht es um den Umgang mit den Linken, aber auch um den mit der AfD. Dennoch ist noch lange nicht ausgemacht, dass Merz' Brachialangriff über die sozialen Medien und Bild-Zeitung wirklich gut bei allen Christdemokraten ankommt. Wer als Parteifreund die Kanzlerin öffentlich beschimpft, der muss konsequent sein und sagen, dass er es besser machen will. Will heißen: Merz muss auf dem CDU-Parteitag im November noch einmal seinen Hut in den Ring werfen. Dann gilt's: Gewinnt er, hat die CDU einen neuen Kanzlerkandidaten und die GroKo wohl ein Ende. Verliert Merz allerdings erneut, dann ist er zunächst einmal kaltgestellt.

Freuen dürfte das gewiss NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der schon seit Monaten von der Kanzlerkandidatur träumt. Offene Merkel-Kritik ist seine Sache nicht, gleichwohl zweifelte er öffentlich an den Fähigkeiten von AKK, aber ohne Schaum vor dem Mund. Wo Merz den Hammer rausholt, nimmt Laschet das leichte Florett. Thüringen hat der CDU gezeigt, dass sie die Führungsfrage nicht mehr lange vertagen kann. Und damit steht die CDU nicht anders da als die SPD.



Quelle: ots/Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
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